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Es wird eng! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Klaus Zizmann   
Sonntag, den 21. Mai 2017 um 16:12 Uhr

Neue und alte Gesetzesvorschriften sorgen dafür, dass es auf unseren Gehwegen und Radwegen inzwischen immer enger zugeht und damit auch immer gefährlicher wird. Dabei ist es manchmal schon fraglich, ob alle Verkehrsteilnehmer damit umgehen können. Rechtliche Bestimmungen haben sich geändert und sind kaum bekannt.

1. Gehwege:

Schon seit einiger Zeit müssen Kinder bis 8 Jahren mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren. Kinder bis zu 10 Jahren dürfen auf dem Gehweg fahren. Ab 2017 dürfen nun Begleitpersonen, die mindestens 17 Jahre alt sein müssen, die Kinder auf dem Gehweg mit dem Fahrrad begleiten. Kinder unter acht Jahren dürfen dabei wählen, ob sie den Gehweg oder einen Fahrradweg benutzen wollen. Vor dem Überqueren der Fahrbahn müssen Kinder und Begleitpersonen absteigen.

Rollatorbenutzer müssen ebenfalls auf dem Gehweg sich bewegen. Dies gilt auch für Scater und Rollbrettfahrer.

Bedenkt man, welche Gehwegbreiten in unseren Städten nun allen gesetzlich Verpflichteten zur Verfügung stehen, so kann man leicht erkennen, dass es in Zukunft bei vorgeschriebenen Gehwegbreiten von mindestens 1,50 m nicht mehr bleiben kann. Hier ist ein Umdenken der Stadtplaner unbedingt notwendig. Leider ist aber auch in vielen Fällen eine Abhilfe und damit Verbreiterung der Gehwege auf das erforderliche Maß nicht mehr möglich (z.B. Obere Hauptstraße Hockenheim). Hinzu kommt auch, dass sich auf dem Gehweg auch viele Berechtigte tummeln, die die nötige Vorsicht außer Acht lassen. Ein Mensch, der zu Fuß unterwegs ist und nur auf sein Handy oder Smartphone starrt, möglichst mit Ohrstöpsel im Ohr, ist wohl kaum der geforderte aufmerksame Verkehrsteilnehmer. Ein weiteres Übel sind die auf dem Gehweg geparkten Kraftfahrzeuge, die oft Rollstuhlfahrern oder Rollatorschiebern kaum noch Platz lassen. Hier einen Kompromiss zu finden, ist äußerst schwer. In vielen Fällen würde ja eine Garage zur Verfügung stehen, aber die ist mit allen möglichen Gegenständen vollgefüllt, so dass ein Pkw nicht mehr abtgestellt werden kann . Auch hier kann man nur an die Kfz-Besitzer appellieren: Stellt eure Fahrzeuge in den Hof oder Garage, dann kann etwas mehr Platz geschaffen werden, obwohl ja heute in fast jedem Haus 2 oder mehr Pkw gefahren werden.

2. Radwege:

Auch hier gibt es neue Vorschriften. Rechte Radwege müssen benutzt werden, linke dürfen nur benutzt werden, wenn es durch Verkehrszeichen (blaues Radwegzeichen) erlaubt ist. Pedelecs (bis 25 km/h) dürfen auf Radwegen fahren. Sie gelten gesetzlich als Fahrräder). Schnellere E-Bikes (bis 45 km/h) dürfen innerorts den Radweg nur befahren, wenn es durch das Zusatzschild „Mofas frei“ genehmigt ist, denn sie zählen als Kraftfahrzeug.

Wenn man sich verdeutlicht, welche Geschwindigkeitsunterschiede jetzt auf dem Fahrradweg gefahren werden, dann kann man erkennen welche neuen Gefahren jetzt dort lauern. Hier hat man das Kleinkind, das wählen kann, ob es auf dem Fahrradweg oder Gehweg fährt auch mit Begleitperson; dann den normalen Fahrradfahrer, der sich mit einer Geschwindigkeit von ca. 10-20 km/h bewegt und den Pedelec-Benutzer, der locker seine 25/km mit Elektrounterstützung fährt. Diese Geschwindigkeitsunterschiede sind auf den jetzt noch oft schmalen Radwegen gefährlich und steigende Unfallzahlen belegen dies. Neu ist auch, dass Radfahrer jetzt die Ampeln für den Straßenverkehr beachten müssen, früher haben sie sich an den Fußgängerampeln orientiert.