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Weiterbildung für Berufskraftfahrer PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Klaus Zizmann   
Montag, den 18. März 2013 um 00:08 Uhr

Hermann Sahm, der Vorsitzende der Verkehrswacht Hockenheim hat eine große Sorge und ein ungutes Gefühl, wenn er an den 10. September 2013 denkt, denn er kann sich leicht vorstellen, dass zu diesem Zeitpunkt Teile des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs zusammenbrechen oder Speditionen ab dem 10. September 2014 ihre Aufträge nicht mehr erfüllen können, weil viele der Berufskraftfahrer, mangels vorgeschriebener Weiterbildung, dann keine gültige Fahrerlaubnis mehr haben.

Die Termine sind zwar bekannt, werden aber vielleicht als nicht so wichtig erachtet oder sind in Vergessenheit geraten. Eine Nachfrage bei den Fahrschulen , der Dekra oder TüV ergab, dass die erforderlichen Weiterbildungsmaßnahmen zwar vorbereitet wurden aber teilweise wegen geringer Nachfrage eingestellt wurden.

Zur Klarstellung: Kraftfahrer, die zu gewerblichen Zwecken Fahrten mit der Fahrerlaubnisklasse DI, DIE, D oder DE durchführen haben künftig, neben der altersabhängigen Gesundheitsprüfung alle fünf Jahre auch an einer Weiterbildung nach dem Berufskraftfahrerqualifikationsgesetz teilzunehmen und sich die Teilnahme in einem neuen Führerschein als Schlüsselnummer 95 bestätigen zu lassen. Die Weiterbildung gilt für alle EU-Mitgliedstaaten und umfasst 35 Zeitstunden in unterschiedlichen Themenkreisen.

Kraftfahrerinnen und Kraftfahrer im Personenverkehr (Bus), die ihre entsprechende Fahrerlaubnis bis zum 10. September 2008 erworben haben, müssen bis spätestens 10. September 2013 ihre Weiterbildung nachweisen. Die Zeitbombe tickt also.

Zwar kann , um die Weiterbildung mit der Gültigkeit des Führerscheins zu „synchronisieren“, und bei entsprechendem Ablaufdatum des Führerscheins, die Teilnahme an der Weiterbildung bis zu 2 Jahre über die zuvor genannten Fristen verschoben werden, aber dies ist eine Kannvorschrift und man ist deshalb abhängig von der jeweiligen Führerscheinstelle. Für gewerbliche Busfahrer kann dadurch eine Frist bis spätestens 10. September 2015 gelten. Aber Vorsicht: Diese Fristverlängerung gilt nur innerhalb Deutschlands. Wer gewerblich ins europäische Ausland fährt, kann sich auf die Fristverlängerung nicht berufen.

Die Weiterbildung darf nur von einem anerkannten Ausbildungsbetrieb durchgeführt werden, dessen Schulungsräume zertifiziert sind. Auch die Bescheinigung der Teilnahme unterliegt genauen Richtlinien, die in einer Verordnung genau festgelegt sind. Hält man sich nicht an diese Vorgaben, kann es bei der Vorlage der Bescheinigung bei der Fahrerlaubnisstelle ein böses Erwachen geben und ein vermeintliches Schnäppchen erweis sich als teures Nichts. Deshalb ist bei der Auswahl des Schulungsanbieters Umsicht geboten und professionelle Beratung dringend erforderlich. Auskunft darüber können sicher die Führerscheinstellen erteilen.

Da derzeit von den Weiterbildungsträgern und geeigneten Fahrschulen, die in den entsprechenden Klassen ausbilden, mangels Nachfrage kaum Kursangebote bestehen, könnte es durchaus möglich sein, dass die Weiterbildung dann evtl. weitab von zu Hause durchgeführt werden muss. Eine Nachfrage bei den Weiterbildungsstätten im hiesigen Raum ergab, dass die entsprechenden Weiterbildungsmodule zwar vorhanden sind, aber keine Nachfrage besteht. Die Kurse können aber bei Interesse eingerichtet werden. Es ist also an der Zeit, dass sich alle Betroffenen schnellstens darum kümmern, sonst könnten die Befürchtungen, dass viele Berufskraftfahrer plötzlich ohne Fahrerlaubnis dastehen, Wirklichkeit werden.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 19. März 2013 um 00:05 Uhr