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Mit der Verkehrswacht Hockenheim im Museum für Technik und Arbeit Mannheim PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Klaus Zizmann   
Freitag, den 21. August 2009 um 10:35 Uhr

Fast zu gut meinte das Wetter es mit den Teilnehmern der Fahrt zum Museum für Technik und Arbeit in Mannheim. Rund 20 Personen hatten sich im Ferienprogramm diese Ausfahrt ausgesucht und brauchten es nicht zu bereuen. Die Kinder und Betreuer wurden im Museum von einer kenntnisreichen Betreuerin in Empfang genommen und man machte sich in angenehm temperierten Hallen auf die Entdeckungsreise durch die Arbeitswelt vergangener Zeiten und die damit einhergehenden Erfindungen. Die Erklärungen der Betreuerin waren kindgerecht und vor allem durften die wissbegierigen und aufmerksamen Kinder fast alles ausprobieren.

Gleich zu Beginn durften sie sich in einer Hamsterrolle bewegen und so auf spielerische Weise kennenlernen wie in früheren Zeiten schwere Gewichte bewegt wurden. Erstaunt waren sie schon, dass diese riesigen Rollen, Wellen und Zahnräder aus Holz hergestellt worden waren und nachdem man ihnen erklärt hatte, dass hier Menschen bis zu 8 Stunden in einer solchen Rolle laufen mussten, hielt sich die Begeisterung doch in Grenzen. Eigenes Erleben war auch in den Folgeabteilungen Trumpf. Jeder durfte einmal eine mit Zweigen, Stricken und Fußpedal gefertigte Drechselmaschine bewegen und in einer nostalgischen Druckerei eine eigene Karte mit Muskelkraft fertigen und mit nach Hause nehmen. In der Abteilung Wasserkraft sah man dann ein riesiges Wasserrad, das über Wellen und Transmissionen Stahlwellen, Zahnräder, Pressen, Mahlsteine und Webstühle bewegt hat. Auch hier blieben die Erklärungen über Arbeitszeiten und z.B. auch Kinderarbeit nicht aus.

Was der normale Besucher des Museums nicht durfte, war den Kindern bei dieser Vorführung erlaubt. Sie durften sich einen Nachbau der Original Draisine des Freiherrn von Drais ganz aus der Nähe betrachten und auch berühren. Wie es sich anfühlte und fahren (laufen) ließ, konnte dann jeder nachvollziehen, denn eine kurze Fahrt auf einem weiteren Nachbau war für jeden drin. Es wurden dann doch Kommentare zum Vergleich mit den heutigen Fahrrädern abgegeben und die Betreuerin sparte auch nicht mit Hinweisen auf die damaligen Kommentare der Zeitgenossen. Erstaunt waren die Kinder auch, als sie erfuhren, dass Frauen erst viel später dieses neue Laufrad benutzen durften.

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Ein Höhepunkt war dann eine weitere Draisine. Es handelte sich jedoch nicht um ein Laufrad, sondern um ein mit Muskelkraft angetriebenes Schienenfahrzeug. Alle, auch die Erwachsenen konnten diese Maschine einmal ausprobieren. Man war dabei doch erstaunt, wie leicht sich dieses Fahrzeug bewegen ließ und wie schnell es vorwärts und rückwärts bewegt werden konnte. Kommentar eines Jugendlichen: "Das war geil."

Fasziniert waren alle auch von einer Elektro-Demonstration. Auf einer Isoliermatte stehend, wurden einige Kinder völlig ungefährlich unter Strom gesetzt, wobei sich dann die Haare aufstellten und vor allem bei den "Langmähnigen" bizarre Muster bildeten, was bei den anderen großes Halloh hervorrief. Fehlen durfte natürlich in diesem Mannheimer Museum nicht das erste "Automobil" mit dem Berta Benz zur großen Autofahrt nach Pforzheim aufbrach. So hatten sich die Kinder ein Auto nicht vorgestellt, denn es ähnelte doch mehr einer Kutsche. Nach der offiziellen Führung war noch Gelegenheit sich die anderen Exponate, die nicht behandelt waren, anzusehen. Hier faszinierte vor allem eine Expresspost die Kinder, die eigenhändig Pressluft herstellten und damit Briefe durch eine Rohrpost beförderten. Manche Nachricht wurde hier hin und her geschickt. Für die Betreuer war es manchmal ziemlich schwer die Rasselbande zusammenzuhalten und nach jeder Treppe wurde gezählt, ob auch alle noch da waren. Müde, aber mit viel angesammeltem Wissen machte man sich dann auf die Heimfahrt nach Hockenheim.

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 11. Dezember 2009 um 11:59 Uhr