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Schulanfang 2015 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Klaus Zizmann   
Mittwoch, den 30. September 2015 um 23:58 Uhr

Nun ist auch in Baden-Württemberg der Schulalltag wieder eingekehrt. An den Ortseingängen stehn die Banner, die die Verkehrsteilnehmer darauf hinweisen sollen.Für die älteren Schüler ist das Bedauern über das Ende der Ferien spürbar, aber für die „Neuen“, die Schulanfänger, ist alles nur aufregend.

Neue Freunde, neue Pflichten der Unterricht und vor allem der Schulweg stellen sie vor neue Herausforderungen, die bewältigt werden müssen. Vielfältige neue Eindrücke müssen verarbeitet werden. Vor allem die selbständige Teilnahme am Straßenverkehr ist in der Regel eine neue Erfahrung. Aber nicht nur für die neu Eingeschulten, sondern auch für die Eltern stellen sich viele Fragen die organisatorisch beantwortet werden müssen. Zuerst ist zu entscheiden: Wie kommt mein Kind zur Schule. Wo es machbar ist, sollte, zumindest in der ersten Zeit der Schulweg zu Fuß bewältigt werden, am Anfang immer in Begleitung eines Elternteils. Besonders zu empfehlen ist auch sich mit Klassenkameraden zu treffen und den Weg gemeinsam zu gehen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass der kürzeste Weg nicht immer der beste ist. Gefahrenstellen, wie ungesicherte Straßenüberquerungen sollte man tunlichst meiden und solche Wege auszusuchen, die einen verhältnismäßig sicheren Übergang wie Ampeln oder zumindest Zebrastreifen gewährleisten. Am Anfang sollten den Kindern die Gefahrenstellen erklärt werden, aber dann, wenn einige Zeit vergangen ist, sollte man ihnen nach und nach die Führung überlassen und nur noch beobachten. Wichtig ist auch, dass die Kinder frühzeitig aufstehen um genügend Zeit zum Frühstücken und zum Bewältigen des Schulweges haben. Diese Zeit brauchen die Kinder auch zur Kommunikation mit Freunden, denn es gibt meistens viel zu besprechen und wenn man es eilig hat ist auch die Aufmerksamkeit nicht so groß. Lernen sie dem Kind auch, an der Borsteinkante immer stehen zu bleiben um die Situation einzuschätzen. Das kann manchmal sogar lebensrettend sein, denn das unachtsame Überqueren der Straße ist eine Hauptursache bei Fußgängerunfällen. Manchmal ist aber auch das Fahren mit dem Pkw zur Schule notwendig. Die Zahl der sogenannten Elterntaxis hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Die Verkehrswacht betont, dass diese Art das Kind zur Schule zu bringen, auf das Notwendigste beschränkt werden sollte, denn dem Kind fehlen dann die Erfahrungen, die es für den heutigen Straßenverkehr braucht.

Haben sie sich schon einmal zum Unterrichtsbeginn in der Nähe einer Schule aufgehalten? Da kann man sich manchmal die Haare raufen, wenn man dies beobachtet. Eltern, die ihre Kinder zu Schule bringen, möchten ihr Kind vor allem sicher abliefern. Dabei werden aber oft alle Spielregeln der Straßenverkehrsordnung missachtet. Man hält auf dem Zebrastreifen, sogar an Ampelübergängen, parkt in zweiter Reihe und begleitet das Kind bis zum Eingang der Schule, behindert den Durchgangsverkehr usw. Falls es doch einmal notwendig ist gilt es zu beachten: Sichern sie ihr Kind im Fahrzeug mit Kindersitz und Angurten, halten sie nur dort wo es gestattet ist, fahren sie langsam und vorsichtig im Schulbereich und lassen sie ihr Kind immer zur Gehwegseite aussteigen. Wählen sie deshalb den Anfahrtsweg so, dass das Kind die Fahrbahn nicht überqueren muss. Deshalb sollte man nach Schulschluss nicht an der gegenüberliegenden Straßenseite halten um das Kind wieder abzuholen. So können sie gefährliche Situationen vermeiden.

Manche Kinder müssen auch mit dem Schulbus gebracht werden. Hier gilt es am Anfang auch, dass die Eltern in einer Eingewöhnungszeit mitfahren sollten um das Busfahren und Gehen zur Haltestelle einzuüben. Drängeln, Schubsen und Raufen sind an der Haltestelle und vor allem im Bus absolut verpönt. Wenn ein Sitz frei ist, sollte sich das Kind unbedingt setzen und auch bis zur Schule sitzen bleiben. Falls kein Sitzplatz frei ist, zeigen sie dem Kind wo es sich festhalten kann. Sehr wichtig ist auch, dass das Kind nach dem Aussteigen nicht vor dem Bus die Fahrbahn überquert, sondern wartet bis der Bus abgefahren ist.

Abraten will die Verkehrswacht davon, die Kinder zu frühzeitig mit dem Fahrrad selbständig zur Schule zu schicken. Viele Eltern sind stolz, wenn ihr Kind schon im frühen Alter in der Lage ist sich auf dem Fahrrad zu halten und zu bewegen aber das Wahrnehmungsvermögen der Schulanfänger und die Risikoabschätzung der Kinder ist in diesem Alter ist noch nicht so weit entwickelt, dass man dies riskieren sollte. Die Polizei und die Verkehrswacht empfehlen, erst die Verkehrsschulung mit dem Fahrrad abzuwarten. Dies geschieht in der Regel erst in der 4. Klasse.

Alles dies sind für Schulanfänger neue Erfahrungen und erfordern von den Erwachsenen viel Geduld. Nicht alles klappt von Anfang an. Es geht aber auch ein Appell an die anderen Verkehrsteilnehmer: „Achten sie auf unsere Kinder, denken sie daran, dass Kinder nicht immer rational handeln, sondern oft spontan reagieren. Ein Schulkamerad auf der anderen Straßenseite ist oft ein Grund achtlos die Straße zu überqueren. Bitte fahren sie insbesondere in den Schulbereichen langsam und aufmerksam.“ Eigentlich bräuchten wir die ganze Straßenverkehrsordnung nicht, wenn alle die Grundregel Beachten würden – nämlich ständige Vorsicht und Rücksicht üben und sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet oder unvermeidbar behindert oder belästigt wird.