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Mobilität der Senioren ist besser als ihr Ruf PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: HTZ   
Sonntag, den 22. Januar 2012 um 21:04 Uhr

Der erste Vortrag der Frauenselbsthilfe nach Krebs in der Zehntscheune wurde von Klaus Zizmann mit sehr viel Humor und Verständlichkeit für die Senioren vorgetragen. Die Tipps für Senioren im Straßenverkehr kamen aus berufenem Munde. Der langjährige Leiter des Hockenheimer Polizeireviers ist bei der Verkehrswacht Seniorenberater und behauptet von sich, er sei im aktiven Ruhestand und es mache ihm großen Spaß, die Älteren zu beraten und Vorträge für sie abzuhalten.

Die Menschen werden heute rund 30 Jahre älter als noch vor 100 Jahren. Das bedeutet: Mehr Älteren gehöre die Zukunft. Sie fahren Auto, Fahrrad und seien gefährdete Fußgänger. Wobei, wie Klaus Zizmann behauptet, die Kompetenz und Erfahrung der älteren Generation durchaus mit den Jüngeren standhalte. Ihre Mobilität sei besser als ihr Ruf. Die über 65-Jährigen fielen im Straßenverkehr positiv auf mit weniger Unfällen, nämlich nur 9,5 Prozent. Seit Jahren falle auf, dass ältere Fußgänger nicht mehr nur schwarz gekleidet und deshalb besser zu erblicken seien.

Zeit nehmen und beobachten

Viele interessante Hinweise gab Klaus Zizmann für die Anwesenden. Sie sollten sich Zeit nehmen im Straßenverkehr, die Fahrbahn gut beobachten, Zeichen geben beim Überqueren, nicht bei Rot wieder rückwärts gehen und beim Busfahren sich helfen lassen.

Zizmann kam auch auf den Rollator zu sprechen. Dieser sei mittlerweile mit 1,2 Millionen Nutzern in Deutschland stärker präsent als der Kinderwagen. Er stelle eine große Hilfe für bessere Belastbarkeit der Beine, Stabilität beim Gehen sowie Sitzgelegenheit dar und werde von den Krankenkassen bezahlt.

Zu den Radfahrern gab es viel zu berichten. Die schwächeren Radler seien am meisten gefährdet. Ein Helm sei ratsam, denn er gebe mehr Sicherheit bei einem möglichen Sturz. Gerade Senioren hätten oftmals Schwierigkeiten, problemlos auf den Sattel zu kommen und beim Absteigen.

Sehen und Hören überprüfen

Zum Schluss wurde noch das Sehen und Hören angesprochen. Viele Menschen wüssten gar nicht, wie wichtig die Sehtüchtigkeit beim Autofahren sei und sollten unbedingt einmal eine Kontrolle durchführen lassen, riet der Experte. Auch auf Medikamente sei zu achten. Sie können zu Unfällen führen, besonders Insulin, Schlaf-und Beruhigungsmittel. Auch Augentropfen und Mittel gegen Heuschnupfen stellten Risiken dar.

Eine rege Diskussion entstand schon während des Vortrags und wurde zum Schluss immer lebhafter. Elfriede Pavosevic bedankte sich mit einem Präsent beim Klaus Zizmann und dieser gab zum Schluss ein Infoblatt mit den vorgetragenen Tipps an die Gruppenmitglieder aus. csc

Schwetzinger Zeitung
20. Januar 2012

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 22. Januar 2012 um 21:22 Uhr