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Gründlicher Sicherheitscheck vor Tour ins Grüne PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: HTZ   
Montag, den 09. Mai 2011 um 14:16 Uhr

Verkehrssicherheit: Frühling und Sonnenschein locken Fahrradfahrer wieder auf Straßen und Wege / Verkehrswacht gibt Tipps

Mit zunehmendem Sonnenschein steigen wieder mehr Menschen aufs Fahrrad - die Radfahrsaison ist eröffnet. "Wichtig ist: Wer sein Rad nach längerer Winterpause wieder aus dem Keller holt, um in die Radsaison zu starten, darf den Sicherheitsaspekt nicht aus den Augen verlieren", mahnt Hermann Sahm, Vorsitzender der Verkehrswacht Hockenheim. Die Deutsche Verkehrswacht rät: Vor Fahrtantritt sollte das Rad einem gründlichen Sicherheitscheck unterzogen werden.

Das schreibt das Gesetz vor

Der Gesetzgeber schreibt folgende Ausstattungsmerkmale vor: zwei voneinander unabhängige Bremsen für Vorder- und Hinterrad, ein Scheinwerfer und weißer Reflektor vorn, ein rotes Schlusslicht mit Rückstrahler und ein roter Reflektor hinten, Dynamo, rutschfeste Pedale mit je zwei Pedalreflektoren, vier gelbe Speichenreflektoren (Katzenaugen) oder reflektierende weiße Streifen an den Speichen sowie eine hell tönende Klingel. Darüber hinaus empfiehlt die Deutsche Verkehrswacht, auch das Vorder- und Rücklicht mit einem Standlicht auszurüsten. So ist eine optimale Sichtbarkeit im Dunkeln gewährleistet. Wichtig ist auch die richtige Einstellung der Sattelhöhe: Auf dem Sattel sitzend, sollte der Boden im Stand ohne große Verrenkungen berührt werden können.

Hermann Sahm: "Ob allein, mit Freunden oder der Familie, die meisten von uns nutzen in der Freizeit gern die Gelegenheit zum Radeln. Doch die eigene Sicherheit darf nicht vernachlässigt werden. Im Jahr 2009 kamen insgesamt 75 784 Fahrradfahrer zu Schaden. Darunter 11 067 Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre. Das sind für die Verkehrswacht Hockenheim Zahlen, die uns anspornen noch mehr für die Verkehrssicherheit speziell für Radfahrer zu tun."

Zusätzlich zu der vorschriftsmäßigen Ausstattung des Rades sollten sich Radfahrer durch einen Fahrradhelm schützen. Ein Kopfschutz hilft, schwere oder tödliche Kopfverletzungen zu verhindern. Ein Fahrradhelm sollte nicht mehr als 500 Gramm wiegen, er muss passen, ohne zu drücken oder zu wackeln, und Stirn, Schläfen und Hinterkopf sicher abdecken.

Neben den objektiven Sicherheitsaspekten spielen auch emotionale Aspekte eine Rolle. Kinder und Jugendliche sollten ein Mitspracherecht bei der Helmauswahl haben. Wenn der Fahrradhelm gefällt, erhöht das die Helmakzeptanz.

Besondere Risiken für Senioren

Für Senioren ist das Radfahren mit besonderen Risiken behaftet. Das Unfallrisiko steigt mit dem Alter. Es ist nach einer Untersuchung um das 1,4-Fache höher als bei den 25- bis 30 jährigen Radfahrern. Reaktionsfähigkeit, Kraft und Beweglichkeit lassen nach. Auch die Folgen eines Sturzes sind wesentlich schlimmer, denn ein Sturz kann nicht mehr so einfach abgefangen werden, wie es bei jüngeren Menschen möglich ist. Deshalb ist schon die Auswahl des Fahrrades sehr wichtig, betont die Verkehrswacht. Es gibt spezielle Fahrräder mit niedrigem Einstieg. Sie sollten leicht, komfortabel sicher und wartungsarm sein. Auch ein Nabenmotor kann unterstützen und so die Muskelkraft ergänzen. Neben gutem Sehen ist auch das Gesehenwerden äußerst wichtig, ergänzt der Seniorenberater. Deshalb sollte insbesondere bei Dämmerung und Dunkelheit helle Kleidung oder Reflektorenstreifen dazu beitragen, dass Radfahrer auch auf Landstraßen von weitem sichtbar sind.

Schwetzinger Zeitung, 05. Mai 2011
Originalartikel

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 09. Mai 2011 um 14:21 Uhr