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Regel-Unkenntnis führt zu gefährlichen Situationen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: HTZ   
Mittwoch, den 03. März 2010 um 10:10 Uhr

Verkehr: Ausfahrt aus verkehrsberuhigtem Bereich klar festgelegt / Beinahe-Zusammenstöße auf Kreuzung

Verkehrsberuhigte Bereiche haben ihre Tücken. In Unkenntnis der Verkehrsregelung kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, die manchmal mit einem Blechschaden und viel Palaver zwischen den Beteiligten enden. In der Karlsruher Straße sind solche Situationen immer wieder zu beobachten. Verkehrsteilnehmer, die beispielsweise von der Schubertstraße nach links abbiegen wollen, halten an, Pkw-Lenker, die von der Fortuna-Kreuzung kommend geradeaus unterwegs sind, fahren einfach durch. Zumindest Letztere liegen falsch.

Verschiedene Anfragen beim Ordnungsamt und der Verkehrswacht wiesen auf die Unsicherheit von Autofahrern speziell beim Verlassen des verkehrsberuhigten Bereichs hin. Klaus Zizmann von der Verkehrswacht: "Da der geltende Paragraf 10 der Straßenverkehrsordnung (StVO) später eingeführt wurde, sind die Regelungen nicht allen Fahrzeugführern, insbesondere denjenigen, die ihren Führerschein schon länger besitzen, geläufig und sie wenden noch die Vorfahrtsregelung "Rechts vor links" an dieser Kreuzung an, was schon zu Verkehrsunfällen und gefährlichen Situationen geführt hat."

Beispiel Karlsruher Straße

Die Karlsruher Straße ist von der Fortuna-Kreuzung bis zur Kreuzung mit der Schubert- und Wilhelm-Leuschner-Straße als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen und gekennzeichnet. Dies geschieht durch die Zeichen 325 und 326 StVO. Innerhalb dieses Bereiches gilt: 1. Fußgänger dürfen die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen, Kinderspiele sind überall erlaubt. 2. Der Fahrzeugverkehr muss Schrittgeschwindigkeit einhalten. 3. Die Fahrzeugführer dürfen Fußgänger weder gefährden noch behindern, wenn nötig, müssen sie warten. 4. Die Fußgänger dürfen den Fahrzeugverkehr nicht unnötig behindern. 5. Das Parken ist außerhalb der dafür gekennzeichneten Flächen unzulässig, ausgenommen zum Ein- oder Aussteigen, zum Be- oder Entladen.

Wichtig sind für jeden Fahrzeugführer und auch Fußgänger die Regeln, die beim Verlassen des verkehrsberuhigten Bereichs gelten, denn sie sind im Falle eines Verkehrsunfalles relevant.

Wie die Anfragen beweisen, seien sie offenbar nicht allen Fahrzeugführern bekannt, bringt Klaus Zizmann gegenüber unserer Zeitung zum Ausdruck. An der Einmündung eines verkehrsberuhigten Bereichs in eine andere Straße gelten die normalen Vorfahrtsregelungen nämlich nicht.

Hier gilt der Paragraf 10 der Straßenverkehrsordnung, der lautet: "Wer aus einem Grundstück, aus einem Fußgängerbereich, aus einem verkehrsberuhigten Bereich, auf die Straße oder von anderen Straßenteilen oder über einen abgesenkten Bordstein hinweg auf die Fahrbahn abfahren will, hat sich dabei so zu verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist; erforderlichenfalls hat er sich einweisen zu lassen ..."

Dies heißt im Klartext für die angesprochene Kreuzung: Wer mit seinem Fahrzeug aus der Karlsruher Straße aus Richtung Fortunakreuzung kommt, muss an der Karlsruher Straße/Schubertstraße/Wilhelm-Leuschner-Straße äußerste Vorsicht walten lassen und alle Verkehrsteilnehmer, ob sie von rechts oder links kommen, vorbeifahren lassen.

Selbst querende Fußgänger haben hier Vorrang, und es gilt die absolute Wartepflicht. Dies gilt auch dann, wenn zwischen dem Schild "Ende des verkehrsberuhigten Bereichs" und der Einmündung noch einige Meter zurückzulegen sind.

Hier gilt nicht "Rechts vor links" und die Regelung gilt auch für Radfahrer. Da hier ausschließlich der Paragraf 10 der StVO zuständig ist, sind auch keine vorfahrtsregelnde Verkehrszeichen aufzustellen - obwohl nach Meinung wohl vieler Verkehrsteilnehmer ein Stoppschild für Klarheit sorgen würde.

Schwetzinger Zeitung
3. März 2010

Originalartikel: http://www.morgenweb.de/region/hockenheim/20100303_srv0000005496791.html