Start > Archiv > Presse 2010 > Fahrrad-Beleuchtung kann lebenswichtig sein
Fahrrad-Beleuchtung kann lebenswichtig sein PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Hockenheimer Tageszeitung   
Samstag, den 27. Februar 2010 um 14:47 Uhr

Verkehrssicherheit: Polizei, Schulen und Verkehrswacht starten "Aktion Licht und Sicherheit"

In der dunklen Jahreszeit muss die Polizei immer wieder feststellen, dass zahlreiche Verkehrsteilnehmer mit dem Fahrrad unterwegs sind, an denen entweder das Licht nicht eingeschaltet ist, die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen nicht funktionieren oder überhaupt nicht vorhanden sind.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Hockenheim, der identisch ist mit den Grenzen der Verwaltungsgemeinschaft Hockenheim, leben rund 40 000 Menschen. Gemessen an ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt die Verunglücktenrate bei den Kindern (unter 14 Jahre) im Vergleich mit anderen Bereichen im Rhein-Neckar-Kreis im oberen Drittel, wobei die Kinder gleichermaßen als Fußgänger, Radfahrer und Mitfahrer in Kraftfahrzeugen verunglücken, teilt Manfred Krampfert, Leiter des Hockenheimer Polizeirevieres mit.

Während bei den Verkehrsüberwachungsaktivitäten der Hockenheimer Polizei ganzjährig immer auch speziell die vorgeschriebenen Rückhalteeinrichtungen (Kindersitze, Anlegen von Sicherheitsgurten) im Fokus stehen, wurde in der Vorplanung speziell das Thema "Radfahren mit Licht" thematisiert.

Information und Einsicht wichtig

In der Verkehrsüberwachung spielen Information und Einsicht der Verkehrsteilnehmer eine ganz zentrale Rolle. Einsicht und Besonnenheit müssen dominieren, um mittel- und langfristig Verhaltensverbesserungen bewirken zu können, so Manfred Krampfert gegenüber unserer Zeitung.

Um diesen Denkansatz auch sinnvoll realisieren zu können, wurde gemeinsam mit den Hockenheimer Schulen die "Aktion Licht und Sicherheit" gestartet. Der geschäftsführende Rektor der Hockenheimer Schulen, Wolfgang Stigler von der Hartmann-Baumann-Schule, war sofort von der Sinnhaftigkeit des Projektes überzeugt, da auch die Schulen ein vitales Interesse daran haben, dass ihre Schüler auf dem Weg zur und von der Schule sicher unterwegs sind. Als weiterer Kooperationspartner konnte der Arbeitskreis "Kinder und Jugend" der Verkehrswacht Hockenheim gewonnen werden.

Nicht nur Sache der Polizei

Es sei wichtig, mehrere mit der Verkehrssicherheitsarbeit befasste Verantwortungsträger in das Projekt einzubinden, so Krampfert und Rektor Stigler. Zum einen lassen sich hierdurch vorhandene Kompetenzen und Mittel sinnvoll zusammenführen, zum anderen sollen Schüler und Eltern wahrnehmen, dass Verkehrssicherheitsarbeit nicht nur als reine polizeiliche Überwachung und Sanktion erlebt wird, sondern auch im Fokus unterschiedlicher gesellschaftlicher Verantwortungsträger steht.

Bei den vom Polizeirevier Hockenheim im Bereich des Schulzentrums Hockenheim durchgeführten Zweiradkontrollen war die Beanstandungsquote erwartungsgemäß sehr hoch, zum anderen hielt sich die Einsichtsbereitschaft der Kontrollierten in Grenzen.

Da dies so auch erwartet wurde, war die Einbindung der Schule und der Verkehrswacht eine wesentliche Komponente. Die festgestellten Beanstandungen wurden auf Kontrollzetteln vermerkt und zusammen mit einem von Polizei und Schule verfassten Elternbrief über die Schule des kontrollierten Schülers an dessen Eltern weitergeleitet. Krampfert: "Wir wollen gezielt auch die Eltern mit ins Boot nehmen, da diese für den ordnungsgemäßen Zustand der Fahrräder ihrer Kinder zumindest mit verantwortlich sind."

Im Weiteren wird dann in einer Projektstunde eine kleine Reparaturwerkstatt im Schulhof der Hartmann-Baumann-Schule angeboten, in der die Schüler und Schülerinnen kleinere Reparaturen, insbesondere im Hinblick auf die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen, unter fachkundiger Anleitung vornehmen können. Hierzu konnte Jochen Weibel vom Fahrradhaus Weibel in Hockenheim gewonnen werden, der gemeinsam mit dem Hausmeister der Hartmann-Baumann-Schule, Bender, die Kinder bei Kleinreparaturen anleiten soll. Die Kosten der hierfür erforderlichen Materialien in einer Größenordnung von etwa 200 bis 300 Euro werden von der Verkehrswacht Hockenheim zur Verfügung gestellt, so Revierleiter Krampfert weiter.

Eigenverantwortlichkeit stärken

Für die Vertreter von Polizei, Schule und Verkehrswacht ist ein Kernpunkt des Projektes, dass die Kinder und Eltern erkennen, dass eine funktionierende Beleuchtung lebenswichtig sein kann. In den Kontrollgesprächen mit den Kindern und Jugendlichen wurde aber auch auf die Bedeutung eines Fahrradhelmes und heller Kleidung hingewiesen.

Durch die Möglichkeit, den Kindern Kleinreparaturen zu zeigen, soll deren Eigenverantwortlichkeit gestärkt werden, der Elternbrief verdeutlicht aber auch die Verantwortung der Eltern, sich um den ordnungsgemäßen Zustand des Fahrrades ihrer Sprösslinge zu kümmern. "Es wäre schön, wenn es uns gelingen würde, Kinder und Eltern von der Sinnhaftigkeit unseres Anliegens überzeugen zu können", so Rektor Stigler und Revierleiter Krampfert. "Dann könnten wir dieses gemeinsame Projekt weiterführen und langfristig auf eine Verbesserung der Verkehrssicherheit auf diesem Sektor hoffen." (hs/zg)

Schwetzinger Zeitung
27. Februar 2010

Originalartikel: http://www.morgenweb.de/region/hockenheim/20100227_srv0000005460506.html

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 21. April 2010 um 08:58 Uhr