Start > Archiv > Presse 2009 > Nebenwirkungen keinesfalls unterschätzen
Nebenwirkungen keinesfalls unterschätzen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Hockenheimer Tageszeitung   
Dienstag, den 17. März 2009 um 19:01 Uhr

Viele ältere Menschen müssen regelmäßig Medikamente einnehmen. Ob Pillen, Kapseln oder Tropfen - viele Arzneimittel haben Nebenwirkungen, die auch die Teilnahme am Straßenverkehr beeinflussen können. So beeinträchtigt etwa jedes fünfte Medikament das Reaktionsvermögen. Hierauf weist die Verkehrswacht Hockenheim hin.

Der Leiter des "Arbeitskreises Senioren", Klaus Zizmann, warnt vor fahrlässigem Umgang mit diesem Problem: "Das kann im Straßenverkehr gefährliche Folgen haben". Ob ein Medikament die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt, hängt von einer Reihe von Faktoren ab, unter anderem davon, wie der Körper das Präparat aufnimmt. Dabei spielen Alter, Geschlecht, Körperbau und Gewicht eine wichtige Rolle.

Aber auch Vorerkrankungen, Dosierung und Einnahme weiterer Medikamente beeinflussen die Wirkung. Zizmann: "Auf alle Fälle sollte man bei Einnahme von Medikamenten grundsätzlich auf Alkohol verzichten. Auch in geringen Mengen kann Alkohol Wirkungen und Nebenwirkungen der Arzneimittel wesentlich verstärken".

Eine beim TÜV Köln durchgeführte Stichprobe zeigt, wie stark Medikamente die Fahrtüchtigkeit herabsetzen können. Dabei wurde die Leistungsfähigkeit von Probanden vor und nach der Einnahme von rezeptfreien Grippe- oder Hustenmittel gemessen. Bei fast allen Probanden war nach Einnahme der vorgeschriebenen Menge die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt. Das Reaktionsvermögen verschlechterte sich teilweise um 21 Prozent.

Starke Schmerzmittel können zu Benommenheit oder extremen Stimmungsschwankungen führen, Pupillen können sich verengen, was besonders das Sehen im Dunkeln erschwert. Schlafmittel sind oft auch am nächsten Tag noch wirksam. Betäubungs- und Narkosemittel stören die Steuerung von Bewegungsabläufen. Dies gilt auch für die Lokalanästhesie beim Zahnarzt.

Grippe- oder Erkältungsmittel sowie Antiallergika wirken oft stark beruhigend und fördern die Müdigkeit. Psychopharmaka beeinflussen vor allem in den ersten zehn bis 15 Tagen die Psyche besonders stark. Vom Autofahren sollte in dieser Zeit Abstand genommen werden. Aufputschmittel können Unruhe und starke Erregbarkeit bewirken. Einige Präparate gegen Augenkrankheiten können die Sehleistung so stark herabsetzen, dass man sich auf keinen Fall ans Steuer setzen sollte.

Wer trotzdem fährt, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Verkehrswacht-Vorsitzender Rudolf Berger bringt es auf den Punkt: "Er riskiert den Führerschein. vewa

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 17. März 2009 um 19:02 Uhr