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"Unfallquote gesenkt, Skeptiker überzeugt, wissenschaftlich belegt" PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Verkehrswacht Hockenheim   
Dienstag, den 10. Februar 2009 um 19:29 Uhr

so lautet der Slogan der Verkehrswacht für das auch von ihr unterstützte "Begleitete Fahren ab 17". Mit 28,5 % weniger Unfälle und 22,7 % weniger Verkehrsverstößen war die Bilanz eines in Niedersachsen durchgeführten Modellversuchs so eindeutig, dass andere Länder rasch nachzogen. Auch die Verkehrswacht Hockenheim hat jetzt diese für viele Fahranfänger interessante Thematik aufgegriffen und in einer Informationsveranstaltung im FSZ - Fahrschul -Zentrum auf die wichtigsten Vorschriften des "Begleiteten Fahren ab 17" hingewiesen. Warum es so wichtig ist, die Aufmerksamkeit speziell der Altersgruppe 18-24 jährigen zukommen zu lassen, erläuterte Fahrlehrer Rudi Siefert den zahlreichen Besuchern der Veranstaltung gleich zu Beginn seiner Ausführungen: "Die Altersgruppe der 18- bis 24-jährigen ist deutlich überproportional am Unfallgesche­hen im Straßenverkehr beteiligt. Obwohl sie lediglich einen Bevölkerungsanteil von 7,9% ausmacht, ist ihr Anteil an allen Verkehrsto­ten mit etwa 23% fast dreimal so hoch. Gründe für das beträchtliche Unfallrisiko sind mangelnde Erfahrung, Selbstüberschätzung und eine hohe Risikobereitschaft."

Hier soll jetzt das "Begleitete Fahren ab 17" den jungen Fahranfängern helfen, in den risikoreichen Monaten nach der Führerscheinprüfung erste Erfahrungen in Anwesenheit einer verantwortungsvollen Begleitperson zu machen. Außerdem sollten sie lernen, schwierige Verkehrssituationen zu bewältigen. Ziel des Modellversuchs ist es, das Unfallrisiko für Fahranfänger herabzu­setzen.Sie dürfen zwar ein Jahr früher als bisher ein Auto fahren, jedoch wird viel Verantwortungsbewusstsein von Ihnen erwartet: So dürfen die jungen Fahrerinnen und Fahrer bis zu ihrem 18 Geburtstag nur gemeinsam mit einer Begleit­person am Straßenverkehr teilnehmen. Es ist notwendig, diese Begleitperson namentlich in die Prüfbescheinigung eintragen zu lassen - wobei es auch möglich ist, mehrere erwachsene Begleiter zu benennen. Diese Begleitpersonen müssen mindestens 30 Jahre alt sein, seit mindestens fünf Jahren eine gültige Fahrerlaubnis der Klasse B (Pkw) haben und nicht mehr als drei Punkte im Verkehrszentralregister vorweisen. Ebenso dürfen sie ab einer Blutalkoholkonzentration von 0,5%0 nicht mehr begleiten.

Welche Aufgaben hat die Begleitperson? Die Begleitperson soll dem jungen Fahrer ein vorwiegend zurückhaltender Beistand sein. Sie soll beratend zur Seite stehen, den Fahreranfänger vor und während der Fahrt betreuen und ihm Sicherheit vermitteln. Oberstes Gebot für die Begleitperson laut Siefert heißt: die Gefährdung von anderen Verkehrsteilnehmern zu vermeiden und den Fahranfängern das zu vermitteln, was diesen am Anfang ersichtlich schwer fällt: Abstand halten, Geschwindigkeit an die Straßenverhältnisse anpassen, auf gefährliche Überholmanöver verzichten, etc.

Wann endet die Phase der Begleitung? Sobald der junge Fahrer 18 Jahre alt ist, darf er alleine fahren. Dies gilt auch, wenn der Führerschein noch nicht ausgestellt wurde. Die Phase der Begleitung sollte, so der Referent, sinnvollerweise mit einem Sicherheitstraining abgeschlossen werden. Dabei erfährt der junge Fahrer, dass das Fahrzeug im physikalischen Grenzbereich kaum noch beherrschbar ist und deshalb die Vermeidung kritischer Situationen den guten Fahrer ausmacht. Weiteres Informationsmaterial zum "Begleiteten Fahren ab 17" und zu einem Sicherheitstraining kann unter Telefon 06205-288849 oder 5183 angefordert werden.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 27. Juni 2009 um 13:05 Uhr