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Sicher Inlineskaten PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Verkehrswacht Hockenheim   
Dienstag, den 10. Februar 2009 um 19:25 Uhr

Inline-Skating gehört zu den mit am meisten wachsenden Freizeitsportarten. Die Begeisterung für das Fortbewegen auf den "in-einer Linie" angeordneten Rollen wuchs in den letzten Jahren in Deutschland so deutlich an, dass mittlerweile über 14 Mio. Menschen diese rasante Sportart betreiben. Es ist ein absoluter Dauerbrenner auf dem Fitnessmarkt. Jeder Inlineskater weiß, wie toll es ist, im Gefühl von Freiheit und im richtigen Rhythmus locker dahin zu gleiten. Und dennoch sind sich die wenigsten Skater darüber im Klaren, wie sie sich selbst in rechtlicher Hinsicht im Verkehr einzuordnen haben und auf was sie bei Ausübung dieser Sportart achten sollten.

Die Verkehrswacht Hockenheim gibt deshalb zu Beginn der Saison folgende Hinweise und Ratschläge:

Der Bundesgerichtshof bezeichnet die Skates in einem Grundsatzurteil als "besondere Fortbewegungsmittel im Sinne des § 24 StVO". Nach dieser Zuordnung ist ein Skater rechtlich gesehen ein Fußgänger mit allen dazugehörigen Rechten und Pflichten. Konkret heißt das: Es muss der Gehweg benutzt werden, man darf also weder auf dem Radweg (auch wenn es dort "viel besser rollt") noch auf der Straße fahren, es sei denn, es ist kein Bürgersteig oder Seitenstreifen vorhanden. In diesem Fall muss der äußerst rechte, außerhalb geschlossener Ortschaften der linke Fahrbahnrand benutzt werden. In erster Linie heißt das: Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere Fußgänger und Einhalten der Schrittgeschwindigkeit.

Auf dem Schulhof der Pestalozzischule lernen Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen auf Einladung des Fördervereins verschiedene Fahr- und Falltechniken.

Auf der anderen Seite hat man aber auch alle Rechte eines Fußgängers. So darf man in Fußgängerzonen und verkehrsberuhigten Bereichen fahren. Und überall wo ein Fußgänger Vorrang hat (z.B. bei Fußgängerüberwegen), gilt das Gleiche auch für Inlineskater. Kurz zusammengefasst: Auch wenn sich die Wirklichkeit für den Außenstehenden anders darstellt, ist der Skater "Fußgänger" und hat auf der Straße nichts zu suchen.

Was passiert im Falle eines (Un-)Falles? Über dieses Thema sollte man sich unbedingt vorher Gedanken machen. Schnell ist ein Passant angefahren (und man muss nicht einmal unmittelbar daran schuld sein) oder ein Kratzer im fremden Auto. Was dann? "Abhauen", so der Verkehrswachtvorsitzende Rudolf Berger, "wäre die törichtste und teuerste Lösung, denn das ist Unfallflucht." Deshalb heißt es: warten bis jemand kommt oder die Polizei benachrichtigen. Für alle, die das Skaten erst lernen und noch nicht richtig bremsen können, sollte der öffentliche Straßenverkehr tabu sein. Das gilt auch in Hockenheim, wo Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule unter Anleitung erst einmal auf dem Schulhof üben und lernen konnten, wie man korrekt fährt, Hindernissen ausweicht, bremst, fällt und vor allem auch, dass eine vollständige Schutzausrüstung (Helm, Handgelenk-, Ellbogen- und Knieschoner) beim Skaten unabdingbar sind. Das Verletzungsrisiko ist hoch, insbesondere wenn die Bremstechniken nicht beherrscht werden. Die Verkehrswacht empfiehlt deshalb zur Abdeckung des eigenen Risikos eine Unfallversicherung und für alle Fälle der Fremdhaftung eine private Haftpflichtversicherung: "Ein fremder Schaden kann schnell die finanziellen Möglichkeiten übersteigen, insbesondere wenn ein Personenschaden im Spiel ist. Im Falle eines Dauerschadens können das mehrere Hunderttausend Euros sein und den finanziellen Ruin bedeuten."

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 27. Juni 2009 um 13:06 Uhr