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Verkehrswacht Hockenheim sponsert Kurs "Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort" PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 12. Juli 2008 um 09:00 Uhr

Ein Notfall kündigt sich nicht vorher an, sondern kommt plötzlich und unerwartet. Alle 15 Sekunden kracht es irgendwo auf unseren Straßen. Meist bleibt es bei verbeultem Blech. Aber bei 336.000 Verkehrsunfällen im Jahr 2007 verunglückten 437.000 Menschen, fast jeder fünfte von ihnen schwer. Wie reagiert man, wenn man als Erster zu einem Unfall mit Personenschaden kommt? Der letzte sogenannte „Erste-Hilfe-Kurs“ liegt bei den meisten vermutlich schon länger zurück, bei etwa 80 Prozent der Deutschen sind es durchschnittlich 15 Jahre. Wahrscheinlich schießen einem in sekundenschnelle wichtige Fragen durch den Kopf: Womit anfangen? Sofort die Rettung rufen oder doch erst die UnfallsteIle absichern? Wie berge ich Verletzte aus dem Auto?

Rudolf Berger, erster Vorsitzender der Hockenheimer Verkehrswacht, weiß um die Klage von Notärzten und professionellen Helfern: „Vielen Menschen fallen in einer solchen Ausnahmesituation die einfachsten Dinge nicht mehr ein, wie etwa die Notrufnummer des Rettungsdienstes (112) oder der Polizei (110). Die fahren dann einfach weiter.“ Ob der Verunglückte aber überlebt oder vielleicht sogar wieder ganz gesund wird, hängt entscheidend vom potenziellen Ersthelfer ab. Weshalb zögern so viele Menschen, sich als Ersthelfer zu engagieren? Meist ist es eine Kombination von Unsicherheit und Angst, etwas falsch zu machen. Aber auch das Vertrauen in das vermeintlich schnelle Eintreffen des Rettungsdienstes spielt eine Rolle. Viele sind sogar noch der Auffassung, für die Hilfe bei Unglücksfällen sei allein der Rettungsdienst zuständig. Sie übersehen, wie wichtig (und oft sogar lebensrettend) die richtige Hilfe in den ersten Minuten sein kann. Ein fataler Irrtum, der oft genug ein Leben kostet. Ist das Unfallopfer bewusstlos und kann nicht mehr atmen oder hat gar das Herz aufgehört zu schlagen, so treten nach 5-6 Minuten nicht mehr heilbare Schäden am Gehirn ein und der Betroffene kann noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes hirntot sein.

Bei der Verkehrswacht sind diese Defizite bekannt. Aus diesem Grund bietet sie in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz anlässlich der Sicherheitswoche 2008 in der Verwaltungsgemeinschaft einen Lehrgang unter dem Motto „Lebensrettende Sofortmaßnahmen am Unfallort“ an. Besonders die praktischen Fertigkeiten, wie die Wiederbelebung und die Herstellung der verschiedenen Lagerungen werden unter fachkundiger Anleitung trainiert. Der Lehrgang findet am Samstag, den 12.7.08 von 9.00 -16.00 Uhr beim DRK in Hockenheim statt. Die Kosten trägt die Verkehrswacht Hockenheim.

»Wir wollen mit dieser Aktion die Autofahrer dazu motivieren, sich das nötige Wissen für die erste Hilfe wieder in Erinnerung zu rufen« erklärt der Vorsitzende die Aktion: „Es darf nicht sein, dass Menschen aus Unsicherheit oder Unkenntnis keine lebensrettenden Sofortmaßnahmen einleiten. Potenziellen Laienhelfern nimmt er auch gleich eine weitere Sorge: »Niemand wird für Fehler belangt, wenn er nach bestem Wissen vorgeht, sehr wohl aber für unterlassene Hilfeleistung. Solange man nicht grob fahrlässig oder gar vorsätzlich falsch handelt, muss man keine juristischen Folgen befürchten, wenn einem beim Helfen ein Fehler unterlaufen sollte.“

Der Lehrgang ist in den Räumlichkeiten des DRK in Hockenheim, Auchtergrund 1. Die Teilnahme ist für die ersten 40 Anrufer/innen kostenlos. Interessierte Personen aus der Verwaltungsgemeinschaft können sich unter der Telefon-Nr. 0621-8337048 direkt beim Ausbildungszentrum Mannheim des DRK anmelden.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 10. Februar 2009 um 19:14 Uhr