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Jahresausflug der Verkehrswacht PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Verkehrswacht Hockenheim   
Mittwoch, den 01. August 2007 um 09:00 Uhr

Ein echtes Kontrastprogramm bot der diesjährige Jahresausflug der Verkehrswacht, den man vorsichtshalber „witterungsunabhängig“ geplant hatte.

Eine Besichtigung und Führung bei der Firma ERA in Heilbronn-Neckarsulm, ein im Bereich der Verkehrsüberwachung tätiges Unternehmen, vermittelte den Teilnehmern zunächst einen Eindruck, wie Geschwindigkeitsmessungen vorbereitet und durchgeführt werden. Nicht jede Messanlage ist für jede Messstelle geeignet und nur Fachpersonal in Zusammenarbeit mit einem Beauftragten der Kommune darf überhaupt Messungen vornehmen. „Sind die Geräte aber richtig aufgestellt“ so der Geschäftsführer der Firma ERA, haben „Raser“ schlechte Karten. Firma ERA in Heilbronn Modernste Technik sorgt für weitgehend fehlerfreie Daten und gestochen scharfe Fotos, die im eigenen Labor entwickelt werden und dem Auftraggeber schon nach wenigen Stunden in bester Qualität zur Verfügung stehen. Das Bereitstellen von Messgeräten zur Messung der Geschwindigkeit ist aber nur ein Teilaspekt des Angebots des Unternehmens. Vorgeführt wurden auch Geräte zur Zählung und Auswertung des Verkehrsaufkommens. Diese kommen im Bereich von Unfallschwerpunkten zum Einsatz und deren Ergebnisse werden dann Grundlage für entsprechende Maßnahmen der Verkehrsbehörde.

Ganz anders die Eindrücke am Nachmittag: Im Salzbergwerk Bad Friedrichshall - Kochendorf ging es 180 Meter tief in die geheimnisvolle Welt des Salzes.

Man machte einen Ausflug in die Erdgeschichte auf einem 1,5 km langen und etwa 2 Stunden dauernden Rundweg. Unabhängig von der "oberirdischen" Wetterlage herrschen unter Tage immer angenehme 18 bis 20 °C. Im Verlauf des denkmalgeschützten Rundgangs, der sauber, trocken und eben ist, erleben die Besucher 200 Millionen Jahre Erdgeschichte, lernen die Welt der Bergleute kennen und erfahren, wie das Salz in die Erde gekommen ist. Der Weg führt die Besucher in die Glitzerwelt des „Kristallsaals“ und des „Kuppelsaals“. Monumentale in Salz gehauene Reliefs faszinieren die Besucher. Hier befindet sich auch eine 42 m lange Rutsche mit 11 m Höhenunterschied, ein Spaß für Jung und Alt.

Lebensgroße Nachbildungen verschiedener Saurier verdeutlichen, dass diese zur Zeit der Entstehung der Salzlagerstätte die Erde bevölkerten.

In einer Multivisionsschau erhält der Besucher weitere Informationen über das "weiße" Gold, das seit 1994 nur noch im Salzbergwerk in Heilbronn gewonnen wird. Aber auch auf ein unrühmliches Kapitel in der Geschichte des Salzbergwerks wird aufmerksam gemacht: eine Gedenkstätte tief unter Tag belegt mit Dokumenten und Ausstellungsstücken, dass tausende von Zwangsarbeitern unter dem nationalsozialistischen Regime bis zu ihrer Befreiung in den letzten Kriegstagen im Salzbergwerk arbeiten und ein menschenunwürdiges Leben unter katastrophalen Bedingungen führen mussten. Für die meisten bedeutete es den sicheren Tod. Mit viel Nachdenklichkeit endete somit ein interessanter und abwechslungsreicher Ausflug in die Geschichte eines fast hundertjährigen Salzbergbaus.

Die Ausstellung soll das erklärte Ziel der Nazi-Machthaber verdeutlichen, Menschen, vor allem jüdischen Glaubens, die dem System nicht genehm waren, durch unmenschliche Arbeitsbedingungen zu "vernichten". Auch wenn die KZ-Häftlinge nicht zur Salzförderung eingesetzt waren, sondern an Projekten der Rüstungsindustrie im Bergwerk arbeiten mussten, war es für die Südwestdeutschen Salzwerke AG keine Frage, in Zusammenwirken mit der Stadt Bad Friedrichshall und der Miklos-Klein-Stiftung der Ausstellung eine dauerhafte Bleibe einzuräumen.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 18. August 2009 um 08:15 Uhr