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VBG-Unfallverhütungstraining der Verkehrswacht PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: HTZ   
Dienstag, den 01. Mai 2007 um 09:00 Uhr

Was man sonst nur für gutes Geld bekommen kann, ist jetzt für viele Pkw-Fahrer jetzt auch in Hockenheim „umsonst“ im Angebot: Ein Unfallverhütungstraining unter Anleitung erfahrener Moderatoren.

Möglich gemacht hat das die VBG, eine der großen Berufsgenossenschaften in Deutschland. Als gesetzliche Unfallversicherung betreut sie ca. 550.000 Mitgliedsunternehmen mit 6,7 Millionen Pflichtversicherten sowie 123.000 freiwillig Versicherte aus über 100 Branchen. Auch dort ist man zwischenzeitlich zu dem Schluss gekommen, dass die beste Bekämpfung von Unfallfolgen darin liegt, den Unfall überhaupt nicht passieren zu lassen.

Seit Januar 2007 hat die VBG deshalb ein Abkommen mit der Deutschen Verkehrswacht, in welchem sie für ihre Versicherten die Kosten eines Unfallverhütungstrainings komplett übernimmt.

Das Programm ist jetzt angelaufen und wird auch von der Hockenheimer Verkehrswacht seit einigen Wochen umgesetzt. „Wir haben eine riesige Nachfrage“, so der Hinweis von Hermann Sahm und Jochen Bückendorf auf den schon jetzt bis in die Ferienzeit ausgebuchten Zeitraum.

Die beiden auch im Vorstand des Ortsvereins tätigen Moderatoren vermitteln Teilnehmern aus nah und fern nicht nur die Grundlagen der Fahrphysik. Wesentlicher Bestandteil des Seminars ist nämlich das defensive und vorausschauende Fahren. Nach dem Motto „Gut und sicher fährt, wer nicht in Risikosituationen gerät“, lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sicherheitsprogramms, Risiken des Straßenverkehrs richtig einzuschätzen. Hierbei geht es darum, Gefahrensituationen rechtzeitig zu erkennen, zu vermeiden und durch vorausschauendes, partnerschaftliches und rücksichtsvolles Fahren stressfrei anzukommen. Die Moderatoren erklären die Grenzsituationen, die sich nur ganz schwer beherrschen lassen: „Ist die Situation von der Fahrphysik her so weit fortgeschritten, dass man gegen die Physik kämpfen muss, hat man schlechte Karten“.

Die Verkehrswacht-Moderatoren und eine Trainingsgruppe mit Teilnehmern aus Freiburg, Frankfurt und Kaiserslautern.

Ziel eines Unfallverhütungstrainings ist es, den Teilnehmern diese Grenze aufzuzeigen, diese führ die Gefahren des Fahreralltages zu sensibilisieren und anschließend den Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Schluss zu vermitteln: „Nur durch eine deutliche Reduzierung der Geschwindigkeit kann ich solche gefährlichen Situationen in den Griff bekommen". Nach einer theoretischen Einheit wird dies in der Praxis eingeübt. Zu neuen Erkenntnissen führen häufig auch die praktischen Fahrübungen: Bremsen auf unterschiedlichen Fahrbelägen, Gefahrbremsung (Vollbremsung mit Bremsschlag), Kurven-/Slalomfahrten. . Für einige Kursteilnehmer stellt sich da ein ganz neues Fahrgefühl ein. Eine wichtige Erfahrung für die Teilnehmer ist, dass man nicht zielgenau Bremsen kann, wenn man eine Gefahrbremsung durchführen und vor einem Hindernis stehen bleiben soll. „Wie lang der Anhalteweg bereits bei 30 km/h ist und welche Strecken zum Anhalten aus Geschwindigkeiten von 50 km/h bzw. 70 km/h zurückgelegt werden, habe ich nicht gewusst“, so das Eingeständnis vieler Teilnehmer.

Auch bei anderen Fahraufgaben wird deutlich, dass eine angepasste Geschwindigkeit und der ausreichende Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug die beste Garantie sind, um sicher ans Ziel zu gelangen. Angesichts des engen Zeitrahmens vieler motorisierter Zeitgenossen stellt sich natürlich die Frage: “Verliere ich eigentlich Zeit, wenn ich vorausschauend und defensiv fahre?“ Die Verkehrsakademie Bayern machte den Test und ließ zwei Fahrzeuge die Strecke Hamburg-Rimini (1450 km) fahren. Ein Fahrer fuhr defensiv, der andere übernahm die Rolle „des Eiligen“. Bilanz: Der defensiv und an den Verkehrsfluss angepasst fahrende Fahrer benötigte 20 Stunden und 43 Minuten, der Eilige 20 Stunden und 12 Minu­ten. Zeitgewinn also gerade einmal 31 Minuten!

Wer ein Verkehrssicherheitstraining besucht, kann erfahren, wie man falsche Fahrgewohnheiten durch richtige ersetzt, wie der "7. Sinn" im Straßenverkehr gestärkt werden kann und wie man durch defensives Fahren Gefahren frühzeitiger erkennen, vermeiden und im Ernstfall sogar bewältigen kann. Informationsmöglichkeiten über das VBG-Unfallverhütungstraining gibt es im Internet unter www.vbg-fahrtraining.de. Nach der dortigen Anfrage wird von der Verkehrswacht dann individuell ein Termin angeboten.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 18. August 2009 um 08:16 Uhr