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Schulbeginn der Erstklässler PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: HTZ   
Mittwoch, den 01. August 2007 um 09:00 Uhr

Aktion "Sicherer Schulweg" - Tipps für Autofahrer und Eltern

Nur noch ein Wochenende und dann beginnt auch für die Erstklässler „der Ernst des Lebens“. Damit verbunden sind leider auch die möglichen Gefahren des Straßenverkehrs auf ihrem Weg zur Schule. Die Verkehrswacht Hockenheim ruft deshalb Autofahrer und Eltern zu erhöhter Aufmerksamkeit auf.

„Schulanfänger sind aufgrund ihres Entwicklungsstandes den schwierigen Situationen des Straßenverkehrs oft nicht gewachsen, schnell überfordert, leicht abzulenken und daher besonders gefährdet“ gibt Rudolf Berger, 1.Vorsitzender der Verkehrswacht Hockenheim, zu Bedenken. Verkehrsteilnehmer müssen besonders in den Schulbereichen mit angepasster Geschwindigkeit fahren und gegenüber Kindern Toleranz und Rücksicht zeigen. Eltern ihrerseits können durch bewusste Erziehung ihrer Kinder zu verkehrsgerechtem Verhalten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr leisten. „Leider“, so die Feststellung des Vorsitzenden, „können sich viele Erwachsene nicht in die Situation des Kindes versetzen“. Zum einen fehlt den Erstklässlern aufgrund ihrer geringen Körpergröße der nötige Überblick und sie werden von den anderen Verkehrsteilnehmern leicht übersehen. Andererseits unterliegen sie bei der Wahrnehmung eines Fahrzeugs oft dem fatalen Irrtum, auch selbst gesehen zu werden. Kinder unter zehn Jahren können oftmals noch nicht rechts und links unterscheiden. Darüber hinaus benötigen Schulanfänger die dreifache Zeit eines Erwachsenen, um in schwierigen Situationen reagieren zu können. Sie werden darüber hinaus leicht abgelenkt und können sich völlig spontan und nicht vorhersehbar verhalten.

Den Eltern ist folgendes zu empfehlen:

ABC-Schützen sollen ihren Schulweg möglichst zu Fuß gehen. Die Strecke sollte frühzeitig und unter realen Bedingungen, also nicht am Wochenende geübt werden. Das Fahrrad ist nach Rat der Experten erst nach der schulischen Radfahrausbildung zu empfehlen. Für den Schulweg ist ausreichend Zeit einzuplanen. Es ist besser, einen etwas längeren Weg einzuüben, wenn dadurch Gefahrenstellen vermieden werden können. Wichtig ist es, Kinder am Anfang zu begleiten und später das Verhalten unbemerkt zu kontrollieren. Ständige Ermahnungen bringen nichts und verursachen nur unnötige Angst vor möglichen Gefahren. Ein Lob kann in diesen Situationen viel mehr bewirken. Auch ein Rollentausch bringt Abwechslung: Kinder bringen die Eltern zur Schule und erklären selbst die Gefahrenstellen. Wer mit seinem Kind das Überqueren der Straße oft und unter realen Bedingungen übt, beugt Unfällen vor. Auch auf die Gefahren bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, insbesondere beim Ein- und Aussteigen, sollte hingewiesen werden.

Und noch etwas sollten Eltern prüfen:

Stimmt die Sehleistung des Kindes? Neun Prozent der Kinder unter 15 Jahren, so die Statistik, haben einen erheblichen Sehfehler! Jeder fünfte Unfall, in den ein Kind verwickelt ist, soll eine unzureichende Sehleistung als Ursache haben.

Die meisten Unfälle passieren mit Kindern, wenn diese die Fahrbahn überqueren wollen. Kraftfahrer sollten auf folgende Situationen deshalb besonders achten: Kinder, die auffällige Kleider oder Schultaschen tragen, sind Schulanfänger. Eltern, die meinen, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen zu müssen (wovon im Regelfall abzuraten ist), sollten immer versuchen, auf der Straßenseite anzuhalten, auf der die Schule ist. So braucht das Kind die Straße nicht zu überqueren. Zudem muss darauf geachtet werden, dass der Nachwuchs –auch auf kurzen Strecken-vorschriftsmäßig gesichert ist. Wird das Kind im Auto zur Schule gebracht, sollte es unbedingt in einem Kindersitz angeschnallt sein. Rund ein Drittel aller Kinder unter 15 Jahren in Deutschland verunglücken als Mitfahrer im Auto, oft genug in dem der eigenen Eltern. An Fußgängerüberwegen (Zebrastreifen) reagieren Kinder oft falsch. Sie rennen überraschend los oder springen plötzlich zurück. Bei haltenden öffentlichen Verkehrsmitteln muss mit ein- und aussteigenden Schulkindern gerechnet werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt bei Omnibussen mit eingeschaltetem Warnblinker an Haltestellen. Auf Rad fahrende Kinder ist besonders Rücksicht zu nehmen. In jedem Fall sollte die Geschwindigkeit deutlich herabgesetzt werden und ein noch größerer Sicherheitsabstand eingehalten werden.