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Zum Thema „Tagfahrlicht“ PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: HTZ   
Montag, den 01. Januar 2007 um 09:00 Uhr

„Soll ich jetzt schon einschalten?“ Fast jeder Autofahrer stellt sich im Dezember am „helllichten“ Tag die Frage, ob es denn wirklich schon notwendig ist. Frühes Einsetzen der Dämmerung und häufig auftretender Nebel erforderten eigentlich ein sofortiges Einschalten des Lichtes am Fahrzeug. In § 17 der Straßenverkehrsordnung ist das eindeutig geregelt. Dort heißt es: "Während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn die Lichtverhältnisse es sonst erfordern, sind die vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen zu benutzen."

Doch nicht jeder Verkehrsteilnehmer hält sich an diese Vorschrift. „Insbesondere auf Landstraßen schalten viele Kraftfahrer kein Licht ein, obwohl es die Sichtverhältnisse aufgrund des schnellen Wechsels des Lichteinfalls hier zu allen Jahreszeiten unbedingt erfordern. Häufig jedoch vergessen die Verkehrsteilnehmer schlichtweg, ihrer Lichtpflicht nachzukommen“ kommentiert Rudolf Berger, 1.Vorsitzender der Verkehrswacht Hockenheim, diese Nachlässigkeit vieler Kraftfahrer.

Und nur wenige tun das, was viele Unfälle im Straßenverkehr effektiv verhindern könnte: sie fahren ganztägig mit Licht. Dabei sprechen durchgeführte langfristige Testaktionen eine ganz deutliche Sprache: Auf der als „Todesstrecke“ bekannten B 404 zwischen der A 1 und der A 24 gab es bis zum Beginn dieser Aktion monatlich 2,33 schwere Unfälle, in fünf Jahren 140 schwere Unfälle, bei denen elf Menschen starben. Innerhalb von 24 Monaten wurden auf dieser Strecke 100% der schweren Verkehrsunfälle dadurch verhütet, dass mit Tagfahrlicht gefahren wurde Die Strecke dieses Pilotprojekts war 19,6 Kilometer lang und wurde mit 48 Schildern der „Tagfahrlicht –Eule“ versehen.

Es geschahen „nur“ noch drei schwere Eigenunfälle: zwei durch Sekundenschlaf und einer durch Herz-Kreislauf-Versagen. Diese erfolgreiche Unfallverhütung soll nach Wunsch der Politiker unter Mithilfe der beteiligten Verbände in ganz Deutschland Schule machen, zumal auch die EU 50% weniger Unfälle bis 2010 in allen Mitgliedsländern fordert. Auch tagsüber: „Licht an! Light on!“ heißt für den Fahrer früher sehen und gesehen werden. Fahren mit Licht am Tage verhindert riskante Überholmanöver bei Gegenverkehr, führt zu Nichtüberholen und verhütet Frontalzusammenstöße. Warum Tagfahrlicht sich so positiv auf die Unfallzahlen auswirkt, erklären die Experten damit, dass durch das Licht Aufmerksamkeit erzwungen wird. Der Fahrer sieht in seinem Gesichtsfeld nur einen Ausschnitt scharf. Um das Gesichtsfeld zu überblicken, wird das Auge mit vielen Bewegungen und Scharfeinstellungen tätig.

Die erlangten Eindrücke führen zu Handlungen wie Bremsen, Abstand halten, Überholen oder Nichtüberholen. Lichteindrücke erzwingen die Aufmerksamkeit des Fahrers: Aufmerksamkeit verhindert Unfälle. Übrigens: auch Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern, in denen das Tagfahrlicht teilweise schon jahrelang Pflicht ist, sind durchweg positiv. Durch das Fahren mit Licht am Tage konnten dort die Unfallzahlen ebenfalls erheblich gesenkt werden. Außer dem Aufruf, auch tagsüber mit Licht zu fahren, erinnert die Verkehrswacht jetzt in der dunklen Jahreszeit besonders an die Verhaltensregeln, die es ohnehin einzuhalten gilt. Ist die Landstraße besonders schmal, soll darauf geachtet werden, nicht zu nahe am Mittelstreifen zu fahren.

Genau dieses gefährliche Verhalten haben die Experten nämlich beobachtet. Überholverbotsschilder sollten strikt eingehalten werden Jeder Fünfte ist bereit, gerade am Anfang oder am Ende einer Verbotsstrecke, zu überholen. Vor einer weiten Kurve heißt es Gas weg, denn wegen möglicher Falschüberholer kann sie gefährlicher sein als sie aussieht.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. März 2009 um 23:33 Uhr