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Sicherheit auf dem Fahrrad PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: HTZ   
Samstag, den 01. April 2006 um 09:00 Uhr

Mit den ersten Sonnenstrahlen besinnen sich viele Freizeitradler wieder ihres Drahtesels, der im Keller überwintert hat. Damit die Freude an dem praktischen, umweltfreundlichen und preisgünstigen Fortbewegungsmittel lange erhalten bleibt, empfiehlt die Verkehrswacht kleinen und erwachsenen Radlern einige Grundsätze zu ihrer Sicherheit zu beherzigen, denn schließlich birgt das Gefährt ohne Knautschzone auch massive Risiken.

Rudolf Berger, 1.Vorsitzender des Hockenheimer Ortsverbandes, verweist auf eine bedenkliche Bilanz:

„Im vergangenen Jahr war eine Zunahme der Fahrradunfälle mit Personenschaden um mehr als 7% auf über 75.000 Unfälle zu verzeichnen, die Zahl der auf deutschen Straßen getöteten Radfahrer ist mit über 540 Toten sogar um mehr als 20% gestiegen.“

Daher empfiehlt die Verkehrswacht jedem Radfahrer, vor Antritt der Fahrt erst einmal die Sicherheitsstandards des eigenen Zweirads zu checken.

Vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind folgende Ausstattungsteile:

  • 2 voneinander unabhängige Bremsen für Vorder- und Hinterrad,
  • weißer Scheinwerfer und weißer Reflektor vorn,
  • rote Schlussleuchte mit Rückstrahler mit integrierter Standlichtfunktion hinten,
  • Dynamo,
  • rutschfeste Pedale mit je zwei Pedalreflektoren,
  • vier Speichenreflektoren – so genannte Katzenaugen – oder retroreflektierende weiße Streifen an den Rädern und
  • nicht zu vergessen – eine hell tönende Klingel.

Während die Standlichtfunktion für das Rücklicht bei neuen Rädern vorgeschrieben ist, ist es für vorne leider noch nicht Standard. Für die Verbesserung der Sicherheit ist es aber dringend zu empfehlen.

Fahrradhelme sind für die Sicherheit unentbehrlich und – wenn es zum Sturz kommen sollte – oft lebensrettend. Auch hier spricht die Statistik deutliche Zahlen: Fast 70% der Radfahrer erleiden bei Unfällen Kopfverletzungen. Entscheidend beim Kauf ist dabei nicht die Optik, sondern die Frage, ob der Helm ein Prüfzeichen trägt. Zudem sollte er nicht mehr als 500 Gramm wiegen, bequem sein und nicht wackeln oder rutschen. Leider sind bei der Helmfrage die Erwachsenen keine Vorbilder.

Der Verkehrswachtvorsitzende gibt widersprüchliches Verhalten zu bedenken:

„ Man wird ein Kind nicht von der Wichtigkeit des Helms überzeugen, wenn man sich selbst davon ausnimmt“.

Während die vorschriftsmäßige Ausstattung des Fahrrads eigentlich selbstverständlich sein sollte, lässt der richtige Umgang mit dem Gefährt oft zu wünschen übrig.

Manfred Krampfert, Leiter des örtlichen Polizeireviers und Vorstandsmitglied der Verkehrswacht, weiß aus seiner beruflichen Praxis, dass vielfach bei Unfällen von Radfahrern mit Personenschaden die Zweiradfahrer die Hauptverursacher sind:

„Viele Radfahrer gehen allzu nachlässig mit der Straßenverkehrsordnung um – und riskieren damit Gesundheit und sogar den Führerschein.“

Die wichtigsten Ge- und Verbote für Radfahrer im Überblick: Sind Fahrradwege vorhanden, müssen diese von Radfahrern auch benutzt werden.

  • Auch auf den Radwegen gilt das Rechtsfahrgebot.
  • Ist kein Radweg vorhanden, müssen Radfahrer die Straße benutzen. Ausnahme: Kinder bis acht Jahre müssen auf dem Gehweg fahren, ältere Kinder bis zum 10. Lebensjahr dürfen die Gehwege benutzen.
  • In der Dämmerung, bei Dunkelheit und wenn es die Sichtverhältnisse erfordern, muss das Licht eingeschaltet werden.
  • Auch Radfahrer dürfen während der Fahrt nicht mit dem Handy telefonieren oder gar eine SMS schreiben.
  • Wer als Radfahrer eine rote Ampel missachtet, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 125 Euro und Punkten in Flensburg rechnen.
  • Auch immer wieder bei Radlern zu beobachten: das Benutzen der Einbahnstraßen entgegen der Fahrtrichtung. Dass man damit an einer Kreuzung mit einem querenden PKW oder LKW sein Leben riskiert, ist den wenigsten bewusst.
  • Andererseits sollte man als Fahrradfahrer im Zweifelsfall „mangels Knautschzone“ auf sein Vorfahrtsrecht verzichten.
  • Auch auf dem Fahrrad muss man seine Geschwindigkeit an die Verkehrssituation anpassen. Das heißt, dass beispielsweise in Spielstraßen die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 5-7 km/h eingehalten werden muss.
  • Nicht alle wissen es: Alkohol ist auch beim Radfahren tabu. Wer betrunken mit dem Fahrrad fährt und einen Unfall verursacht, muss mit einem Strafverfahren und dem Verlust des Führerscheins rechnen. Ab einem Promillewert von 1,6 ist bei einem betrunkenen Radfahrer im öffentlichen Straßenverkehr der Führerschein auch ohne Unfall weg, nicht selten wird sogar zusätzlich eine medizinisch-psychologische Untersuchung angeordnet. Fällt diese ungünstig aus, so ist man die Fahrerlaubnis auf nicht absehbare Zeit los.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. März 2009 um 23:11 Uhr