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Nachtfahrten: Doppelt so hohes Unfallrisiko wie bei Fahrten am Tag PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: HTZ   
Sonntag, den 22. Januar 2006 um 09:00 Uhr

Dass Nachtfahrten ein großes Gefahrenpotenzial beinhalten, zeigt ein Blick in die Unfallstatistik. Hierauf weist die Verkehrswacht Hockenheim hin. So geschehen in Deutschland knapp 50 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle in der Nacht, obwohl durchschnittlich 75 Prozent aller Wegstrecken am Tag zurückgelegt werden.

Damit ist das Unfallrisiko in der Nacht doppelt so hoch wie am Tag. Schätzungen zufolge werden in Europa ca. 560000 Personen bei Dunkelheit verletzt und ca. 23000 getötet. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: schlechte oder stark eingeschränkte Sichtverhältnisse auf Landstraßen, Hindernisse oder enge Kurven, die mit dem Abblendlicht zu spät erkannt werden. Hinzu kommt oft eine unrichtige Geschwindigkeits- und Distanzeinschätzung aufgrund fehlender Orientierungspunkte für das Auge. Durch die Scheinwerfer des Gegenverkehrs kommt es so zu einer Fahrt ins "schwarze Loch", noch verschärft durch nasse, spiegelnde Straßen - um nur einige Beispiele anzuführen.

Personen (und Tiere) sind in der Dunkelheit besonders gefährdet. Der dunkel gekleidete Jogger in der Dämmerung, der unzureichend ausgeleuchtete Radfahrer in der Nacht: Das erhöhte Unfallrisiko für Fußgänger stellt eines der größten Sicherheitsprobleme bei Dunkelheit dar. Über 25.000 Unfälle mit Fußgängern und Radfahrern geschehen jährlich in Deutschland während der Nacht.

Wer nachts besonders mit Sehproblemen zu kämpfen hat, muss diese ernst nehmen und beim Augenarzt die Ursachen untersuchen lassen. Möglicherweise besteht Nachtblindheit. Nach Feststellungen von Experten verursachen nachtblinde Autofahrer ebenso viele Unfälle wie Betrunkene. Häufig aber wissen Betroffene nicht einmal von ihrer fatalen Sehbeeinträchtigung. Weil sie tagsüber gut sehen können, halten sie die nächtlichen Probleme - etwa plötzliche Hell-Dunkelwechsel, die sie kurzzeitig völlig orientierungslos machen - für normal. Ein regelmäßiger Sehtest, so die Verkehrswacht, ist deshalb unverzichtbar.