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Autofahrer im Blindflug PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Verkehrswacht Hockenheim   
Mittwoch, den 25. März 2009 um 21:48 Uhr

Servolenkung, Getriebeautomatik, elektronische Navigation, Einparkhilfe: Autofahren wird immer angenehmer, immer einfacher. Die Verkehrswacht Hockenheim warnt aber vor den Folgen bei Unvorsichtigkeit im Umgang mit diesen „Helfern“: Neue Funktionen bedeuten auch die Gefahr neuer Ablenkung für den Fahrer.

Das Handy an seinem Ohr ist zwar längst verboten, es kostet 40 Euro plus einen Punkt, wenn er damit erwischt wird. Telefonieren mit Freisprecheinrichtung aber ist nicht verboten, Radio und Navigation sind es selbstverständlich auch nicht.

Suchen oder Einrichten lenkt hier aber möglicherweise noch mehr ab als ein Handy! Der Fahrer weiß meist gar nicht, welch gefährliches Spiel er treibt. Eine Sekunde ist zu wenig, um eine CD zu wechseln, an der Navigation etwas umzuschalten oder auch nur, um die Karte zu studieren.

Fahrlehrer Herbert Frank, 2. Vorsitzender der Verkehrswacht gibt zu Bedenken: „Diese Sekunde Ablenkung bedeutet in der Stadt bei Tempo 50 bereits 15 Meter Blindflug - vier Autolängen lang! Tritt während dieser Sekunde ein Kind hinter einem parkenden Wagen hervor, macht ein Radfahrer einen Schlenker, bremst das Auto vor einem, so sieht es der abgelenkte Fahrer schlichtweg nicht.“

Auf der Landstraße bei Tempo 100 fährt der Fahrer in dieser Sekunde fast 30 Meter blind, bei Autobahngeschwindigkeiten noch weiter. Es geht aber nicht nur um die Unfallgefahr. Verkehrswachtvorsitzender Rudolf Berger kennt die weiteren Probleme: „Fahrer, denen nach einem Unfall nachgewiesen werden kann, dass sie durch Hantieren an der Navigation, am Telefon oder auch durch Studieren der Karte abgelenkt waren, riskieren ihren Versicherungsschutz. Ablenkung gilt als Gefahrenerhöhung ­ und bei ihr braucht zumindest die Kaskoversicherung nicht zu zahlen.“

Entsprechende Gerichtsurteile gibt es längst. Telefongespräche lassen sich sekundengenau nachweisen. Hinweis und Rat der Verkehrswacht lautet deshalb: Autofahren ist Vollbeschäftigung. Der Fahrer braucht seine Augen, seine Aufmerksamkeit für die Straße. Alles, was ablenkt, sollte er auf einem Parkplatz bedienen, nicht während der Fahrt.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 27. Juni 2009 um 13:14 Uhr