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Alkohol am Steuer oft verheerend PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: HTZ   
Mittwoch, den 22. Februar 2006 um 09:00 Uhr

Verkehrswacht rät: An Fasnacht das Auto stehen lassen

Jedermann weiss es: ohne Alkohol ist eine Faschingsfete nur halb so schön. Aber wer denkt schon an den Nachhauseweg, bevor es überhaupt richtig losgegangen ist? Die Stimmung steigt - der Alkoholpegel auch und die Hemmschwelle sinkt. Am Ende eines Kneipen-, Disco- oder Partybesuch ist dann oft die Frage: Wer hat am wenigsten getrunken? Wer traut sich noch zu fahren? Meistens hat derjenige, der dann fährt, zwar am wenigsten, aber zum sicheren Autofahren bereits viel zu viel getrunken. Gerade junge Führerscheininhaber schätzen die konsumierte Alkoholmenge falsch ein- und damit auch ihre eigene Fahrtüchtigkeit. „Ein Blick auf die Statistik belegt dies mit Fakten“, so der Vorsitzende der Hockenheimer Verkehrswacht, Rudolf Berger: „Ein Drittel der Verursacher von Alkoholunfällen ist nicht älter als 25 Jahre.“ Zwei Drittel aller Alkoholunfälle passieren am Wochenende oder in der Dunkelheit. Vorstandsmitglied Manfred Krampfert warnt auch in seiner Eigenschaft als Leiter des örtlichen Polizeireviers, dass seine Beamten bei Alkohol nicht „mit sich reden“ lassen, selbst wenn die Fahrstrecke nur „ein paar Meter“ war: „Wer bei einem Fahrfehler unter Alkoholeinfluss ertappt wird, muss mit harten Konsequenzen rechnen: Mit 0,5 Promille bekommt er einen Bußgeldbescheid von mindestens 250 €, ein Fahrverbot von einem Monat und 4 Punkte in Flensburg. Wer mit 1,1 Promille fährt, ist absolut fahruntüchtig, macht sich strafbar in Form von Geld - oder Freiheitsstrafe, bekommt die Fahrerlaubnis entzogen und kassiert auf einen Schlag sieben Punkte“. Der Führerscheinverlust führt nicht selten auch zum Verlust des Arbeitsplatzes und setzt möglicherweise eine Spirale nach unten mit nicht absehbaren familiären und persönlichen Folgen in Gang, selbst wenn nichts Weiteres passiert ist. Öfter als man glaubt, passiert aber Schreckliches: Nach der Statistik stirbt achte Verkehrstote an den Folgen eines Unfalls, bei dem mindestens ein Unfallbeteiligter alkoholisiert war. Viel schlimmer als Strafe, Führerscheinentzug und Verlust des eigenen Versicherungsschutzes sind dann die lebenslangen Vorwürfe und Gewissensbisse. Was macht den Alkohol für Kraftfahrer so gefährlich? Bereits ab 0,2 Promille Blutalkoholkonzen­tration ist die Wahrnehmungsfähigkeit gemindert und das eigene Reaktionsvermögen herabgesetzt. Die Folgen: eine falsche Einschätzung der eigenen Fahrgeschwindigkeit und die der anderen. Dies wiederum führt zur unrichtigen Bemessung des notwendigen Abstands zum voraus- fahrenden Fahrzeug oder zu riskanten Überholmanövern. Aufgrund des eingeschränkten Blickfeldes werden seitwärts befindliche Verkehrsteilnehmer, etwa Fahrradfahrer, überhaupt nicht mehr wahrgenommen.

Der Rat der Verkehrswacht zur Vermeidung dieser Risiken: Das eigene Fahrzeug zu Hause lassen und die Nachhausefahrt mit einem alkoholisierten Freund konsequent ablehnen. Ein Taxi zu mehreren ist erschwinglich und kann schon vor der Fete geordert werden. Möglicherweise braucht man sogar noch eines am nächsten Morgen: Den Restalkoholwert können auch erfahrene Führerscheininhaber oftmals nicht richtig einschätzen. Bei einem Blutalkoholwert von 1,5 Promille, gemessen um 0.00 Uhr, sind am nächsten Morgen um 7.00 Uhr noch immer 0,8 Promille im Blut. Pro Stunde werden durchschnittlich nur 0,15 Promille abgebaut. Weder Kaffee, fettreiches Essen oder Medikamente können diesen Vorgang beschleunigen.