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Toleranz und Rücksicht im Verkehr gegenüber Kindern PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: HTZ   
Dienstag, den 12. September 2006 um 09:00 Uhr

Der „Ernst des Lebens" - nur noch ein Wochenende und mit dem Schulanfang beginnt er wieder für viele Kinder und Jugendliche. Damit vor allem Erstklässler auf ihrem Weg zur Schule nicht einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt sind, ruft die Verkehrswacht Hockenheim Autofahrer und Eltern zu besonderer Aufmerksamkeit auf.

Kraftfahrer sollten auf folgende Situationen deshalb besonders achten:
Kinder, die auffällige Kleider oder Schultaschen tragen, sind Schulanfänger. Sie sind im Straßenverkehr unerfahren und besonders gefährdet. „Schulanfänger sind aufgrund ihres Entwicklungsstandes den schwierigen Situationen des Straßenverkehrs oft nicht gewachsen, schnell überfordert und leicht abzulenken“ gibt der Vorsitzende Rudolf Berger zu Bedenken. Verkehrsteilnehmer müssen deshalb besonders in den Schulbereichen mit angepasster Geschwindigkeit fahren und gegenüber Kindern Toleranz und Rücksicht zeigen.

Eltern ihrerseits können durch bewusste Erziehung ihrer Kinder zu verkehrsgerechtem Verhalten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr leisten.

Der Rektor der Pestalozzischule, Erich Werner, ebenfalls Vorstandsmitglied der Verkehrswacht, kennt die Probleme der Kinder, aber auch der Erwachsenen: „Leider können sich viele Erwachsene nicht in die Situation eines Kindes versetzen. Zum einen fehlt den Erstklässlern aufgrund ihrer geringen Körpergröße der nötige Überblick und sie werden von den anderen Verkehrsteilnehmern leicht übersehen. Andererseits unterliegen sie dem fatalen Irrtum, dass sie selbst, wenn sie ein Fahrzeug sehen, meinen, auch gesehen zu werden.“

Kinder unter zehn Jahren können oftmals noch nicht rechts und links unterscheiden. Darüber hinaus benötigen Schulanfänger die dreifache Zeit eines Erwachsenen, um in schwierigen Situationen reagieren zu können.

Den Eltern legt die Verkehrswacht folgendes nahe: Es ist nicht zu empfehlen, das Kind vom ersten Tag an in die Schule zu „chauffieren“. Wer aus besonderen Gründen sein Kind mit dem Auto zur Schule bringen muss, sollte dann immer versuchen, auf der Straßenseite anzuhalten, auf der die Schule ist. So braucht das Kind die Straße nicht zu überqueren.

Zudem muss darauf geachtet werden, dass der Nachwuchs vorschriftsmäßig gesichert ist. 2004 verunglückte rund ein Drittel aller Kinder unter 15 Jahren in Deutschland als Mitfahrer im Auto, oft genug in dem der eigenen Eltern.

Richtig ist es, die ABC-Schützen ihren Schulweg zu Fuß gehen zu lassen. Die Strecke sollte frühzeitig und unter realen Bedingungen, also nicht am Wochenende geübt werden.

Das Fahrrad ist nach Rat der Experten erst nach der schulische Radfahrausbildung zu empfehlen. Für den Schulweg ist ausreichend Zeit einzuplanen, Gefahrenstellen kann man auf dem Weg ausführlich besprechen. Wichtig ist es, Kinder am Anfang zu begleiten und später das Verhalten unbemerkt zu kontrollieren.

Ständige Ermahnungen bringen nichts und verursachen nur unnötige Angst vor möglichen Gefahren. Ein Lob kann in diesen Situationen viel mehr bewirken. Auch ein Rollentausch bringt Abwechslung: Kinder bringen die Eltern zur Schule und erklären selbst die Gefahrenstellen. Wer mit seinem Kind das Überqueren der Straße oft und unter realen Bedingungen übt, so die Vorsitzenden der Verkehrswacht, beugt Unfällen vor.

Auch auf die Gefahren bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, insbesondere beim Ein- und Aussteigen sollte hingewiesen werden. Und noch etwas sollten Eltern prüfen: Stimmt die Sehleistung des Kindes? Neun Prozent der Kinder unter 15 Jahren, so die Statistik, haben einen erheblichen Sehfehler! Jeder fünfte Unfall, in den ein Kind verwickelt ist, soll eine unzureichende Sehleistung als Ursache haben.

Noch einige Tipps für Autofahrer: Die meisten Unfälle passieren mit Kindern, wenn diese die Fahrbahn überqueren wollen. An Fußgängerüberwegen (Zebrastreifen) reagieren Kinder oft falsch. Sie rennen überraschend los oder springen plötzlich zurück. Auf Rad fahrende Kinder ist besonders Rücksicht zu nehmen. In jedem Fall sollte die Geschwindigkeit deutlich herabgesetzt werden und ein noch größerer Sicherheitsabstand eingehalten werden.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. März 2009 um 22:11 Uhr