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"Schreiende Kinder" keine Ausrede PDF Drucken E-Mail

Die Erklärung, er sei durch lärmende Kinder auf der Rücksitzbank abgelenkt worden, kann einen Rotlicht-Sünder nicht von seiner Schuld befreien, so eine Mitteilung der Verkehrswacht Hockenheim mit Verweis auf eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Köln (Az: 9 U 173/00).

In dem Fall hatte ein Mann zunächst korrekt vor der roten Ampel gehalten und war dann losgefah­ren, obwohl die Ampel noch Rotlicht zeigte. Auf der Kreuzung verursachte er damit einen Unfall. In der Folge verlangte er von seiner Kaskoversicherung Ersatz für seinen Scha­den. „Das Assekuranzunternehmen verwei­gerte jedoch die Zahlung und verwies auf eine grobe Fahrlässigkeit des Klägers“ erläutert der Vorsitzende der Verkehrswacht, Rechtsanwalt Rudolf Berger, die Urteilsgründe. Die Ampelschaltung sei korrekt und der Grünpfeil für die Rechtsabbieger erkennbar abgesetzt gewesen. Eine Verwechslungsgefahr habe nicht bestanden. Auch das Argument mit den tobenden Kindern auf den Rücksitzen konnte das OLG nicht beeindrucken. Der Kläger habe zunächst korrekt an der Ampel gestoppt. Dies hätte ihm genügend Zeit gege­ben, "die Kinder zur Ordnung zu rufen und sich dann auf die Ampel zu konzentrieren", so die Begründung der Richter für die Abweisung der Klage.