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Das Auto fährt erst nach dem Klick PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: HTZ   
Dienstag, den 28. August 2018 um 23:21 Uhr

Über 20 Erzieherinnen und einen Erzieher begrüßte Vorstandsmitglied Klaus Transier von der Verkehrswacht Hockenheim und Organisator der Veranstaltung zu einem Workshop im Pumpwerk. Es war ein Seminar der besonderen Art für die Leiterinnen und Erzieherinnen der Kindergärten der Verwaltungsgemeinschaft, bei dem vermittelt wurde, wie Verkehrserziehung spielerisch und nachhaltig bereits in den Kindergärten praktiziert werden kann. Den Kindern soll spielerisch, oder besser gesagt musikalisch, beigebracht werden, dass man auf den Verkehr aufpassen muss.

Bereits zum wiederholten Mal war hierzu die erfolgreiche Musikpädagogin und Kinderliedermacherin Beate Lambert gemeinsam mit ihrem musikalischen Partner Ferri Feil zu Gast im Pumpwerk, teilt die Verkehrswacht mit.

„Wir müssen die Kinder möglichst früh in die Situation bringen, dass sie selber entscheiden.“ Dieses Ziel verfolgten die beiden Musiker bei dem mehrstündigen Seminar am Vorabend der Konzerte. Im Mittelpunkt stand dabei die Bewegung und das Entspannen mit Musik und Gesang, wobei für die Teilnehmer aktive Beteiligung angesagt war.

Beate Lambert und Ferri Feils vermittelten die Inhalte des Verkehrserziehungskonzeptes mit Spielen, eigenen Verkehrsliedern und animierten zum Mitmachen und Ausprobieren. So können die Kinder frühzeitig beschult und mit den Eltern an der Hand zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr angehalten und erzogen werden. Je öfter man derartige „Erziehungslieder“ singe, umso besser würden sie aus dem Gedächtnis abgerufen.

Mitklatschen, Mitsingen, Mitdenken war dann bei den beiden Konzerten „Schau mal, hör mal, mach mal mit“, am nächsten Tag für etwa 300 Kinder der Verwaltungsgemeinschaft angesagt, die ebenfalls von der Verkehrswacht organisiert wurden und das ansonsten eher trockene Thema „Verkehrssicherheit“ vermittelten.

Die Verkehrswacht hatte hierzu wieder zwei Busse gechartert, die die Kinder an den jeweiligen Kindergärten abholten und nach der Veranstaltung auch wieder zurückbrachten.

Hüpfen, trampeln und tanzen

Die Kinderliedermacherin Beate Lambert studierte Musikpädagogik sowie Linguistik und spielt als Multiinstrumentalistin Orgel, Geige und Akkordeon. Ferri Feils ist Autor zahlreicher Kinderhörspiele sowie Kinderlieder und ist mit seinen Musiktheaterprogrammen viel unterwegs. Er bietet ebenfalls pädagogische Seminare an und spielt auch eine Vielzahl akustischer Instrumente wie Kontrabass, Gitarre und Ukulele.

Seit Rolf Zuckowski sie gebeten hat, als Zusatz zu seiner „Schulweghitparade“ eine CD zu produzieren, die die Verkehrssicherheit von Vorschulkindern in den Vordergrund rückt, arbeiten die beiden zusammen und haben über zwei Jahrzehnte mit mehreren CDs und vielen hundert Konzerten ein interaktives Repertoire der Sonderklasse aufgebaut.

Das Singen mit Kindern heißt bei ihnen in aller Regel, diese auch sensibel einzubeziehen und mit ihnen die Liedinhalte fantasievoll weiterzuentwickeln.

Beim Liederspaß mit Ohrwürmern, wie dem „Mausklicksong“, wenn fünf Mäuse, Mamma-Maus, Bubi-Maus, Bobbi-Maus, Biba-Maus und Baby-Maus im Auto spazieren fahren wollen, hüpfen sie vorher selbstverständlich in ihre Sitze und machen „Sssst-Klick“. Dies wurde von Beate Lambert mit Hilfe eines Handschuhs, auf dem eine ganze Mäusefamilie aufgestickt war, dargestellt. Das Lied machte klar, das Auto fährt nicht ab, bevor es bei allen Insassen „Klick“ gemacht hat.

Das Farben-Rate-Lied „Gummibär“, die Kröte Karla zum Thema „Nah und fern, laut und leise“ und ein „Geräuscherate-Lied“ brachten Kinder auf lustige Weise dazu, Dinge in ihrer Umgebung bewusst wahrzunehmen. Es wurde gehüpft, getrampelt und getanzt, was das Zeug hielt. Beim „Zwei-Seiten-Hit“ durften alle Kinder Luftgitarre spielen, das·„Rollerlied“ begeistert mit einem witzigen Mitsing-Refrain. Damit die Beine und Füße nicht einrosten, gab es das „Füße-Lied“ und einen fetzigen Roller-Song. Denn nur wer seinen Körper beherrscht und in der Lage ist, angemessen zu reagieren, wird sich im Straßenverkehr sicher bewegen können.

Neben dem „Meckertroll“, waren es dann nochmals die Füße, die ihnen als Medium dienten, um lustige, aber auch lehrreiche Geschichten über den Straßenverkehr zu erzählen wie zum Beispiel „Der Wegbestimmer“ und „An der Ampel steh ich gerne“. Lustig auch das Lied von der Geschwindigkeit. Umweltfreundlich wurden sie aber dann verabschiedet, denn Ferri Feil präsentierte das Auto „Sausesamt“. Dieses Gefährt besitzt keinen Auspuff, sondern einen Einpuff, der die schlechte Luft einsaugt und hinten Himbeerduft ausstößt und total ungefährlich ist. Als Da capo gab es dann noch das „Kindergarten-Abschiedslied“ mit allem, was man braucht, um sicher nach Hause zu kommen.

Grundregeln spielerisch gelernt

Für die Verkehrswacht ist klar: Verkehrserziehung beginnt im Kindergarten und es ist wichtig, dass man schon den Vorschulkindern auf fröhliche, lebensnahe Weise das richtige Verhalten im Straßenverkehr beibringt. Kinder werden durch die Songs ganzheitlich zum Mitmachen, Mitspielen und Mitsingen animiert und lernen so nebenbei die Grundlagen für Sicherheit und Umsicht im Verkehr. Mit den vielen Liedern, amüsant und ohne pädagogischen Zeigefinger, wurden überlebenswichtige Grundregeln im Straßenverkehr vermittelt.

Ferri Feils und Beate Lambert präsentieren ein buntes Programm rund um das Thema Verkehrssicherheit. Mit den frischen, lustigen Liedern wurden die Vorschulkinder ermutigt, genauer hinzusehen und hinzuhören, sich sicherer zu bewegen, mitzuspielen und mitzusingen. Die Konzerte und Fortbildungen wurden von der Aktion Kinderunfallhilfe unterstützt. zi

© Hockenheimer Tageszeitung, Freitag, 27.07.2018

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 28. August 2018 um 23:31 Uhr