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Erst Bremsen testen und dann losrollen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: RNZ   
Samstag, den 12. August 2017 um 00:42 Uhr

Helmstadt-Bargen. Es ist ein Fortbewegungsmittel auf vier Rädern, umweltfreundlich, wendig und erfordert keine Parkplatzsuche. Doch musste man sich beim ersten Rollator-Tag der Brunnenregion schon etwas Zeit nehmen, um seinen Rollator „zu parken“. Denn die Zahl der Verkehrsteilnehmer war groß.

„Ich bin überrascht von der Resonanz“, freute sich Karl-Heinz Bitz vom Pflegestützpunkt Rhein-Neckar-Kreis, der die Beratungsstelle im Helmstadter Rathaus leitet. Unter dem Motto „Mobilität im Alter – Wie nutze ich meinen Rollator noch besser?“ waren mehr als 30 Senioren erschienen, vorwiegend „Rollatorpiloten“ mit und ohne Begleitung. Der Seniorenbeirat der Gemeinde hatte die Veranstaltung gemeinsam mit Bitz organisiert und sich zur fachlichen UnterstützungStefanLauervomReha- Team Nordwürttemberg sowie Peter Herchenhan und Klaus Zizmann von der Verkehrswacht Hockenheim ins Boot geholt.

„Wir wollen eine große Bandbreite abdecken, die das Thema hergibt, von den technischen Details über die richtige Handhabung bis zur Sicherheit im Straßenverkehr“, begrüßte Bitz die Gäste bei Kaffee und Kuchen. Die Seniorenberater der Verkehrswacht zeigten von der individuellen Höheneinstellung der Griffe bis zum richtigen Bremsen, mit welchen Handgriffen man den sicheren Umgang mit dem Rollator erleichtern kann. „Schieben Sie den Rollator nicht wie einen Schubkarren vor sich her. Ihre Position sollte aufrecht und sozusagen im Rollator sein“, rieten die beiden Fachleute. ÜberVor-undNachteilevonLängsund Querfaltern, Sitzhöhe, Probleme mit Bordsteinkanten und Buseinstiege oder wie man die Bremse für eine enge Kurve nutzen kann, informierten die Experten ebenfalls. „Nehmen Sie angebotene Hilfe im Straßenverkehr an“, so ein weiterer Rat. Ebenso sollte der Kauf aufgrund des umfangreichen Services im Fachhandel statt finden.

„Der Rollator sollte ihren Bedürfnissen entsprechen“, stellte Bitz anschließend unterschiedliche Modelle vor, von denen jährlich 500 000 in Deutschland verkauft werden. Die Kassen zahlen oft nur einen Zuschuss von 75 Euro. Deswegensolltemanabernichtimmerdas „erstbeste Modell nehmen“, sondern genau abwägen, wie wichtig die Mobilität für jemanden sei. Als „Mercedes unter den Rollatoren“ wurde ein Modell aus Carbon mit einem Gewicht von knapp sechs Kilo, echtem Ledersitz und Designrädern vorgestellt. Kosten 400 bis 500 Euro. „Es ist inzwischen fast so wie beim Autokauf“, meinte Bitz lächelnd.

Bevor es dann auf dem Rollator-Parcours im Rathausinnenhof losging, wurden die mitgebrachten „Fahrzeuge“ von Steffen Lauer überprüft, der immer wieder auf schlechte Bremsen hinweisen musste. „Ein Mal im Jahr sollte es eine Kontrolle geben“. Anschließend sah man motivierte Rollatornutzer um Pylonen ihre Kurven fahren oder eine Treppe überwinden, immer begleitet von den Fachleuten, die Tipps und Hilfestellungen gaben. So konnte jeder am Ende einen Rollator-Führerschein entgegennehmen. „Die Mobilität zu fördern, heißt auch den richtigen Umgang mit einem Rollator so zu erlernen, dass man sich so weit wie möglich selbstständig bewegen kann. Dafür sind solche Veranstaltungen wichtig“, meinte Elisabeth Sauer vom Kreisseniorenrat, der den Rollator-Tag finanziell unterstützte.

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 12. August 2017 um 14:23 Uhr