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Bereit für den Führerschein Klasse Rollator? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: HTZ   
Sonntag, den 14. Februar 2016 um 23:17 Uhr

Verkehrswacht: Peter Herchenhan und Klaus Zizmann zeigen in Workshops, wie sich mit dem Hilfsmittel Hürden meistern lassen und wie Wenden zum Kinderspiel wird

Verwaltungsgemeinschaft. Auch im Alter, wenn die Beine allmählich müde werden, noch mobil sein - der Rollator macht es möglich. Viele Senioren haben dieses Hilfsmittel auf vier Rädern bereits für sich entdeckt: Über 2 Millionen Rollatoren sind in Deutschland im Umlauf, jedes Jahr kommen rund 500 000 weitere hinzu, wissen Peter Herchenhan und Klaus Zizmann, die beiden Seniorenberater der Verkehrswacht Hockenheim. Doch sie wissen auch: Nicht jeder Senior beherrscht die richtige Handhabe für das Gefährt. "Oftmals wird unnötig Kraft aufgewendet, weil man viele Kniffs, die das Leben leichter machen, gar nicht kennt", erklärt Herchenhan im Gespräch mit unserer Zeitung.

Mit diesen Kniffen wollen die beiden Seniorenberater die Rollatornutzer vertraut machen. "Sicher mobil mit dem Rollator" heißt ihr Workshop, mit dem sie durch alle vier Horan- Gemeinden ziehen. Die Initiative dazu stammt von der Deutschen Verkehrswacht. In einigen Regionen der Bundesrepublik haben die ersten Workshops schon stattgefunden, "in unserem Raum gehören wir zu den Ersten", meint Herchenhan.

Zusammen mit zwei unterstützenden Personen - eine von einem Rollatorenhersteller, eine von einem Sanitätshaus - üben die beiden mit den Senioren, wie man den Rollator richtig bedient. Wer beim theoretischen Teil gut zuhört und das Wissen im Anschluss im praktischen Teil anwendet, erhält am Ende den Rollatoren-Führerschein.

Wenden leicht gemacht

Wichtig ist Herchenhan und Zizmann zu zeigen, wie die richtige Haltung am Rollator aussieht - "Die falsche Geh-Art sorgt für Muskelverspannungen und Atembeschwerden" - wie man sicher aufstehen und sich hinsetzen kann, wie sich mit dem Gefährt Hürden wie Bordsteine ganz einfach bewältigen lassen und wie Wenden zu einem Kinderspiel wird. "Dazu muss man nur auf der einen Seite die Bremse anziehen", gibt Herchenhan, der für diesen Workshop geschult wurde, bereits den ersten Tipp. Von denen haben die Seniorenberater jede Menge auf Lager.

Bei den Workshops haben die Teilnehmer die Möglichkeit, diese Kniffe in einem Parcours gleich in der Praxis anzuwenden. Außerdem werden die eigenen mitgebrachten Rollatoren technisch überprüft. "Ein Rollator ist kein wartungsfreies Gerät", erklärt Klaus Zizmann. Er muss nicht nur passend auf den Nutzer eingestellt sein - die Verschleißteile, wie etwa die Bremsen, müssen regelmäßig gecheckt werden, ähnlich wie beim Fahrrad.

"Kein Zeichen des Altwerdens"

Keine falsche Eitelkeit an den Tag legen, dazu rufen die beiden Männer auf: "Ein Rollator ist kein Zeichen des Altwerdens oder der Gebrechlichkeit", meint Zizmann, und Herchenhan ergänzt: "Es ist als Hilfsmittel anerkannt und im Verkehr mehr als sinnvoll einzusetzen." Egal, ob nur übergangsweise, etwa nach Operationen, oder als dauerhafte Unterstützung im Alltag.

Durch die Vorbereitungen für den Workshop haben Zizmann und Herchenhan bereits eines bemerkt: "Auch unter den Rollatoren gibt es den Mercedes und das Goggomobil." Der Unterschied mache sich in erster Linie beim Gewicht bemerkbar. "Die Rollatoren, die über das Kassenmodell hinausgehen, sind meistens leichter und dadurch einfacher zu bedienen", erklärt Herchenhan und rät dazu, lieber 200 Euro draufzulegen, als sich jeden Tag zu quälen. "Da muss man das Bewusstsein wecken, dass sich die 200 Euro tatsächlich lohnen."

HTZ 2016-02-12, Vanessa Schäfer

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 15. Februar 2016 um 00:40 Uhr